Sparen mit wenig Geld
Donnerstag, 14.05.2020

Sparen mit wenig Geld

Rücklagen bilden – auch mit kleinem Budget.

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Die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung im Handwerk lag in Westdeutschland im Jahr 2019 bei 826 Euro monatlich. Der Großteil der Studierenden in Deutschland hat ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro zur Verfügung. Zieht man von diesen Beträgen die Miete und weitere Lebenshaltungskosten ab, bleibt kaum noch etwas übrig. Wie kann da noch gespart werden?

Der Alltag bietet viele Möglichkeiten, das Haushaltsbudget zu schonen. Sechs einfache Tipps zum Sparen haben wir zusammengetragen:

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Bewusst einkaufen

Richten Sie Ihren Ernährungsplan und Einkaufszettel nach der Natur aus. Achten Sie auf saisonale Angebote wie Erdbeeren im Frühling und Äpfel im Herbst, da die Waren dann frisch geerntet werden und das große Angebot günstige Preise erzeugt.

Schreiben Sie sich am besten eine Einkaufsliste und gehen Sie nicht hungrig einkaufen. Hunger beeinflusst unser Kaufverhalten, und am Ende ist der Wagen voller und der Einkauf teurer als er eigentlich sollte. Nutzen Sie für die kleinen Besorgungen den Einkaufskorb und nicht den Wagen. So ist der Platz begrenzt, und nicht beabsichtigte Einkäufe fallen, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Gewicht.

Preise vergleichen

84,5 Prozent der Deutschen geben an, dass sie gerne den gesamten Einkauf in einem Geschäft erledigen. Ein großes Sortiment im Supermarkt ist komfortabel und hat seinen Preis. Günstiger ist es, die Preise zu vergleichen und in verschiedenen Geschäften einzukaufen. Gute Preise lassen sich zudem erzielen, wenn Sie den Wochenmarkt kurz vor Geschäftsschluss besuchen. Dann geben die Händler in der Regel Rabatte, da sie die Waren nicht wieder mitnehmen wollen.

Preise zu vergleichen lohnt sich nicht nur für den Lebensmitteleinkauf, sondern für jegliche Konsumentscheidung. Es empfiehlt sich auch, bestehende Verträge einmal jährlich unter die Lupe zu nehmen, zum Beispiel mit dem Energieversorger, dem Mobilfunkanbieter und Versicherungen.

Energie sparen

Die Strompreise in Deutschland sind von 2004 bis 2019 um knapp 54 Prozent gestiegen. Versteckte Stromfresser zu entlarven lohnt sich also. Eine Studie hat ergeben, dass der Stromverbrauch von Geräten im Stand-by-Modus in einem dreiköpfigen Haushalt bis zu 20 Prozent der Stromrechnung ausmachen kann. Schalten Sie daher Geräte, die Sie nicht brauchen, vollständig ab. Eine Verlängerung mit einem Kippschalter erleichtert dabei das einmalige Abschalten vieler Geräte. Auch bei den Heizkosten lässt sich das Budget schonen. Richtiges Lüften verbraucht weniger Energie, und die Heizungswärme geht nicht verloren. Intensives und weites Öffnen der Fenster mehrmals täglich ist besser, als sie dauerhaft zu kippen. Mit der Methode lassen sich pro Jahr bis zu 180 Euro an Heizkosten einsparen.

Sparen mit Geld vom Chef und staatlichen Zuschüssen

Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig zusätzlich zum Gehalt die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen. Oft ist das im Tarifvertrag oder im Ausbildungsvertrag geregelt. Es lohnt sich, beim Arbeitgeber nachzufragen, denn die vermögenswirksamen Leistungen können bis zu 40 Euro im Monat betragen. Ein vermögenswirksamer Sparvertrag hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Der Staat unterstützt diese Sparform unter gewissen Voraussetzungen. Beispielsweise wird die Anlage in eine bestimmte Anlageform – wie ein Aktienfondssparplan  – vom Arbeitgeber und vom Staat gefördert. Alleinstehende mit einem Jahreseinkommen unter 20.000 Euro können bis zu 480 Euro vermögenswirksame Leistungen pro Jahr erhalten. Vom Staat gibt es bis zu 80 Euro als Arbeitnehmersparzulage jährlich dazu.

Private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

Auch bei der privaten Altersvorsorge gibt es mit der Riester-Rente Förderung vom Staat. Mit ihr bekommt man staatliche Zulagen in Höhe von 175 Euro pro Jahr. Grundvoraussetzung dafür ist, dass mindestens vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens (mindestens 60 Euro und maximal 2.100 Euro abzüglich Zulage) pro Jahr in einen Riester-Vertrag eingezahlt werden. Ein Plus für junge Riester-Sparer unter 25 Jahren: Sie erhalten neben der jährlichen Grundzulage einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

Teure Dispozinsen vermeiden

Wer wenig Geld zum Leben hat, läuft ständig Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben. Laut einer Studie gaben 26 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen bis 1.000 Euro an, häufiger als sechsmal jährlich ihren Dispo zu nutzen. Doch der vermeintliche finanzielle Puffer hat einen großen Nachteil. Für Dispo- oder Kreditzinsen zahlt man im Schnitt 9,68 Prozent Zinsen. Mehr als man beim Sparen erwirtschaften kann. Daher lautet unser wichtigster Rat, Schulden zu reduzieren oder – noch besser – sie zu vermeiden.

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