Wir ziehen zusammen
Mittwoch, 03.03.2021

Wir ziehen zusammen

Wie Paare ihre Finanzen regeln.

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Catharina und Philipp sind seit über einem Jahr ein Paar. Vor drei Monaten sind sie zusammen in eine schöne Altbauwohnung mit großer Wohnküche gezogen. Philipp kocht leidenschaftlich gerne. Um Catharina mit ausgefallenen Gerichten zu verwöhnen, kauft er regelmäßig beim Feinkosthändler um die Ecke ein. Bezahlt wird alles aus der gemeinsamen Haushaltskasse. Catharina hat schon im letzten Monat bemerkt, dass durch die vielen teuren Einkäufe das veranschlagte Haushaltsgeld nicht ausreicht. Philipp ruft bestens gelaunt: „Heute gibt es Garnelen mit Trüffelpasta.“ Catharina denkt besorgt: „Wir müssten mal über unsere Finanzen sprechen.“

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Der Umgang mit Geld ist Erziehungssache

Jeder von uns hat eine andere Art mit Geld umzugehen. Die einen sparen, planen ihre Ausgaben mit einer gewissen Vorlaufzeit und fühlen sich erst richtig wohl, wenn auf ihrem Konto eine vierstellige Reserve parat liegt. Die anderen geben ihr verdientes Geld gerne sofort und spontan aus und finden es in Ordnung, wenn am Ende des Monats das Konto auf null steht.

Warum gibt es diese Unterschiede? Die einschlägige Meinung der Psychologen ist, dass unser Handeln und Denken durch unsere Erfahrung und Erziehung geprägt werden – auch in Bezug auf Geld. Für den späteren Umgang mit Geld spielt also durchaus eine Rolle, ob Kinder bei den Eltern um jeden Euro bitten müssen, ob ihnen jeder Wunsch sofort erfüllt wird oder ob sie schon früh ihr eigenes Taschengeld verwalten dürfen.

Wer als Kind das Verhältnis der Eltern zu Geld eher als positiv und angenehm empfunden hat, übernimmt später häufig ohne darüber nachzudenken die gleichen Verhaltensmuster. Diejenigen allerdings, die das Verhalten der Eltern in Geldangelegenheiten negativ abgespeichert haben, verhalten sich als Erwachsene häufig bewusst gegenläufig. So kann es beispielsweise durchaus passieren, dass ein Mensch, der die Sparsamkeit seiner Eltern als unangenehm empfunden hat, sein Geld als Erwachsener nahezu verschwenderisch ausgibt.

Geld zum Gesprächsthema machen

Eine Statista-Umfrage zeigt, aus welchen Gründen in Beziehungen Finanzen zur Streitsache werden können. Immerhin 36 Prozent der Befragten haben sich schon mit ihrem Partner gestritten, da Geld für „Nutzloses“ ausgegeben wurde. Fast ein Viertel hatte bereits Streit, weil einer der beiden den Überblick über die Finanzen verloren zu haben schien. Und 19 Prozent wollten dem Partner vorschreiben, für was sie oder er das Geld ausgibt.

Zugegeben, es gibt romantischere Themen in einer Beziehung als Geld. Für eine stabile Beziehung kann es aber vorteilhaft sein, offen über Finanzen zu sprechen und ein gemeinsames Finanzkonzept zu entwickeln, um schon im Vorfeld mögliches Konfliktpotenzial zu vermeiden.

Wenn ein Paar plant zusammenzuziehen, ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um das Thema Geld aufzugreifen. So kann geklärt werden, wie die Kosten für Miete, Strom, Versicherungen und Lebensmittel auf beide Partner verteilt werden können, welche finanziellen Ziele verfolgt werden und welche Kontoführung vom Paar bevorzugt wird.

Das gemeinsame Finanzkonzept

Das gemeinsame Finanzkonzept

Bei einem partnerschaftlichen Finanzkonzept geht es in erster Linie darum, eine Balance zwischen gemeinsamen Ausgaben und individuellen Bedürfnissen beider Partner zu finden. Schließlich sollen beide zufrieden sein. Ein Patentrezept gibt es nicht. Die Modelle sind so unterschiedlich wie die Partnerschaften selbst. Jedes Paar entwickelt daher sein eigenes Konzept. Hier ein paar Tipps, wie ein Paar ein individuelles Finanzkonzept erarbeiten könnte:

  • Grundlagen klären

Zu Beginn des Gesprächs kann grundsätzlich geklärt werden, was dem Partner in Bezug auf Geld wichtig ist und in welcher finanziellen Lage sich der Partner befindet. In diesem Zusammenhang können auch die Einnahmen, Ausgaben, Schulden und Vermögenswerte offen besprochen werden. 

  • Haushaltsbudget festlegen

Um ein klares Bild von den gemeinsamen Finanzen zu bekommen, können alle Einnahmen und Ausgaben aufgelistet werden. Gerade in den ersten Monaten des Zusammenlebens wird die Liste sicher noch ab und zu vervollständigt und angepasst werden. Bei der Erfassung kann ein Haushaltsbuch helfen. Das Paar entscheidet dann, ob jeder die gleiche Summe (50:50-Regelung) oder einen einkommensabhängigen Anteil zum gemeinsamen Haushaltsbudget beiträgt. 

  • Gemeinsame Sparziele planen

Nachdem das Paar sich auf eine Summe für die laufenden Lebenshaltungskosten geeinigt hat, könnte es noch über das Sparen für Sonderausgaben sprechen und über Wünsche, die sich das Paar langfristig erfüllen möchte. Gemeinsame finanzielle Ziele und Wünsche können Urlaubsreisen, größere Anschaffungen, der Kauf einer Immobilie oder die Bildung von Rücklagen sein. Für diese langfristigen Ziele kann das Geld zum Beispiel in einen Fondssparplan angelegt werden. Das ist monatlich schon ab 25 Euro möglich. 

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