Nachhaltig leben – auch mit kleinem Budget
Montag, 07.11.2022

Nachhaltig leben – auch mit kleinem Budget

Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel

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Ähnliches haben Sie sicher auch schon gehört oder gedacht: „Nachhaltige Produkte sind zu teuer.“ Oder: „Ein Leben mit Bio und Fairtrade kann sich leider nicht jeder leisten.“ Ja, ein nachhaltiger Lebensstil kann teuer sein – muss er aber nicht. Schon kleine Maßnahmen helfen, Ihre persönliche Ökobilanz aufzubessern, wertvolle Ressourcen zu schonen und dabei sogar Ihre Lebenshaltungskosten zu reduzieren. Hier haben wir ein paar einfache Ideen zum Nachmachen zusammengestellt – alphabetisch sortiert:

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Auto stehen lassen: Für kurze Wege braucht man das Auto in der Regel nicht. Zum Supermarkt könnten Sie zu Fuß gehen und Ihre Freundin mit dem Fahrrad besuchen. Wenn Sie das Auto stehen lassen, sparen Sie CO2 und Treibstoff und tun ganz nebenbei auch etwas für Ihre Gesundheit. Für längere Strecken sind Fernbusse und die Sonderpreistarife der Bahn eine Alternative zum Auto oder zu Inlandsflügen, denn sie sind emissionsärmer. Fahrgemeinschaften und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sind weitere Möglichkeiten: Sie verringern den persönlichen CO2-Fußabdruck und sparen Geld. Auch Carsharing ist preiswerter, als ein eigenes Auto zu kaufen und zu unterhalten.

Einkaufsliste erstellen: Mit Kochrezepten im Kopf und einer Einkaufsliste in der Hand kaufen Sie gezielt die Produkte, die Sie für die nächsten Tage brauchen. So vermeiden Sie Spontankäufe, die schnell teuer werden können und oftmals gar nicht gebraucht werden –Stichwort: Lebensmittelabfälle. Ohne Einkaufszettel vergisst man häufig auch Produkte und muss erneut den Supermarkt ansteuern.

Sie wollen regelmäßig mit dem Auto zum Einkaufen fahren? Dann könnten Sie versuchen, nur einmal in der Woche einen Großeinkauf zu machen, bei dem Sie alle Grundnahrungsmittel besorgen. Das spart Treibstoff beziehungsweise Strom für Mehrfachfahrten, Treibhausgase und Zeit.

Einkaufstaschen mitnehmen: Wenn Sie bei Ihren Einkäufen eigene Taschen dabei haben, können Sie auf die (Plastik-)Tüten an der Kasse verzichten. Sie sparen die Kosten dafür, vermeiden Müll und reduzieren den Ressourcenverbrauch.

Garten ohne Gift: Falls Ihre Pflanzen mal von Ungeziefer befallen werden, müssen Sie nicht gleich Pestizide einsetzen. Es gibt viele harmlose Hausmittel, die sehr günstig, umweltfreundlich und hochwirksam sind: beispielsweise Natron gegen Mehltau, Spülmittel gegen Läuse. Übrigens: Mit einer Regentonne können Sie Regenwasser für die Bewässerung Ihres Gartens kostenlos nutzen.

Heiztemperatur reduzieren: Wenn Sie im Winter Ihre Wohnräume nur um ein Grad weniger beheizen, sparen Sie 6 Prozent Heizenergie. Sobald es in den Heizkörpern gluckert, ist es Zeit, sie zu entlüften. Ansonsten verschwenden Sie unnötig Energie und Geld.

Kleidung bewusst kaufen: Es gibt viele Wege, Ihren Kleiderschrank nachhaltig zu machen: Die einen achten beim Kauf auf Öko-Labels und Zertifizierungen. Andere schwören auf einen minimalistischen Stil nach dem Motto „Weniger ist mehr und billiger“ oder kaufen ressourcen- und geldsparend Secondhand.

Kochen mit Deckel: Wasser kochen Sie am energiesparsamsten im Wasserkocher auf. Wenn Sie beim Kochen einen Deckel verwenden, sparen Sie ebenfalls viel Energie und Kosten ein. Ein weiterer Tipp rund um den Herd: Nutzen Sie die Restwärme. Sie können beispielsweise schon vor Ende der Backzeit den Ofen ausstellen. Die Wärme bleibt im Ofen noch lange erhalten und kann Ihr Gericht ohne Energieverbrauch fertig backen.

Lebensmittelabfälle reduzieren: Zu viel, zu alt, zu unansehnlich ... Nahrungsmittel werden in Deutschland häufig in den Müll geworfen. Wenn Sie nicht zu viel einkaufen oder nur das, was sich lange hält, können Sie viel Geld und Ressourcen sparen. Am besten achten Sie schon beim Kauf auf das Verfallsdatum. Viele Konsumenten sortieren auch ihren Kühlschrankinhalt nach Verfallsdaten. So fallen die Nahrungsmittel, die als nächstes verbraucht werden müssen, direkt ins Auge. Die Reste der teuer bezahlten Lebensmittel muss man nicht einfach wegwerfen, sondern kann sie wiederverwerten: Sie können diese am nächsten Tag als Snack verzehren oder mit einem neuen Hauptgericht kombinieren.

Möbel renovieren: Ihnen gefallen Ihre alten Möbel nicht mehr? Statt durch Neukäufe Holz, Wasser und andere Ressourcen zu verbrauchen, könnten Sie Ihre alten Möbel mit etwas Geschick mit Farbe upcyceln – also aufhübschen – oder „neue“ Möbel gebraucht kaufen. Und in Kleinanzeigen entdeckt man oft sehr gut erhaltene und teilweise neue Möbelstücke.

Müll trennen: In unserem Abfall stecken Rohstoffe und Wertstoffe, die wiederverwertet werden können. Durch konsequentes Mülltrennen können Sie daher viel für die Umwelt tun. Es macht sich auch auf Ihrem Konto bemerkbar: In der Regel ist nämlich nur der Restmüll gebührenpflichtig. Wer also Plastikverpackungen in den gelben Sack steckt, Papier getrennt entsorgt und beispielsweise Gemüsereste in den Biomüll wirft, verursacht weniger Restmüll, zahlt weniger für die Müllentsorgung und schont wertvolle Ressourcen.

Naturkosmetik mixen: Die meisten Kosmetikartikel sind verbunden mit Tierversuchen, Mikroplastik und viel Verpackungsmüll. Kein Wunder, dass die altbewährte Seife ihr Comeback feiert: Papierverpackte oder unverpackte Seifen gibt es mittlerweile auch schon für die Haare, Conditioner inklusive. Naturkosmetik lässt sich übrigens ganz einfach selber machen: ein Peeling aus Olivenöl mit Meersalz, Zucker oder Kaffeesatz. Kokosöl statt Bodylotion. Rosmarinöl statt Badezusatz.

Plastikbecher meiden: Coffee to go ist teuer und die dazu gehörenden Plastikbecher sind für die Ökobilanz tabu. Es sei denn, diese lassen sich mehrfach verwenden. Für die Umwelt und Ihr Portemonnaie ist es günstiger, wenn Sie sich Kaffee selber kochen und in einem Becher oder einer Thermosflasche mit auf Ihren Weg nehmen.

Putzmittel selber herstellen: Für das Parkett diesen Reiniger, für die Badkeramik jenes Pulver: Für jede Oberfläche wird ein spezielles Reinigungsmittel angepriesen. Dabei können Sie mit nur fünf Zutaten wie Natron, Soda, Zitronensäure, Essig und Kernseife nahezu jedes Reinigungsmittel selbst herstellen. Ganz schnell und günstig.

Reparieren statt neu kaufen: Nicht alles, was nicht mehr funktioniert, muss man sofort wegwerfen. In den meisten Fällen ist eine Reparatur günstiger und ressourcenschonender als ein Neugerät. Sie können beispielsweise eine kaputte Vase kleben, ein Stuhlbein leimen oder ein defektes Scharnier austauschen. 

Saisonal einkaufen: Obst- und Gemüsesorten aus der Region, die gerade Saison haben, sind in der Regel günstiger. Auch die Bio-Qualität kostet dann entsprechend weniger.

Strom sparen: Private Haushalte machen etwa ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland aus. Dabei macht sich der bewusste Umgang mit den Energiequellen im Haushalt besonders schnell bemerkbar – sowohl für den Klimaschutz als auch für das eigene Portemonnaie. LED-Lichter beispielsweise brauchen 85 Prozent weniger Strom und sind langlebiger als andere Leuchtmittel. Kühlgeräte, die keinen automatischen Abtaumechanismus haben, sollten regelmäßig enteist werden. Denn viel Eis bedeutet auch viel Energieverbrauch und hohe Kosten für Sie. Beim Kauf neuer Geräte ist das Energielabel wichtig. Ein Gerät, das nach der neuen Klassifizierung (seit März 2021) unter B liegt, ist nicht mehr nachhaltig und der Betrieb teuer. Viel Energie können Sie sparen, wenn Sie Kühlgeräte nicht direkt an der Heizung oder in der Sonne aufstellen und den Temperaturregler einfach um ein paar Grad verstellen. Empfohlen werden in der Regel 5 bis 7 Grad für einen Kühlschrank. Im Normalfall reicht aber eine Temperatur von 8 Grad aus.

Ganz wichtig beim Energiesparen im Haushalt ist das Ausschalten der Geräte. Der Betrieb von Geräten wie PCs oder Fernsehern im Stand-by-Modus frisst heimlich viel Strom und Ihr Geld. Bewährt haben sich Steckdosenleisten mit Kippschalter, mit dem Sie den Stromzufluss mehrerer Geräte gleichzeitig konsequent unterbrechen können.

Verpackungen meiden: Die meisten Waren sind verpackt. Nach dem Auspacken landen Folien, Kartons, Dosen oder Plastikschalen im Müll. Die Produktion, das Sammeln und Aufbereiten der Verpackungen ist nur mit Energie möglich. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass Sie möglichst zu Waren greifen, die in recycelbaren Behältern wie Pfandglas oder Mehrwegverpackung abgefüllt sind. So können Sie ohne Mehrkosten viel CO2 sparen. Mehrwegflaschen lassen sich beispielsweise bis zu 50 Mal wiederverwenden, bevor sie zu neuem Kunststoff oder Glas verarbeitet werden. Auch hier gilt: Produkte regionaler Erzeuger oder Abfüllorte in der Nähe sind umweltfreundlicher, da sie keine langen Transportwege hinter sich bringen müssen.

Waschen bei geringeren Temperaturen: Ein Pullover, der einmal getragen wurde, muss nicht immer direkt in die Wäsche gelegt werden. So sparen Sie Waschmittel, Wasser und wiederum auch Strom. Für die meiste Kleidung reicht übrigens ein Waschgang bei 30 Grad. Im Vergleich braucht ein 40-Grad-Waschgang 35 Prozent mehr Strom. Was die meisten skeptisch stimmt, aber wirklich Wasser und Energie spart: die höchst zeitintensiven Eco-Waschgänge.

Wasser aus der Leitung: Mineralwasser – aus einer Glas- oder gar Plastikflasche – ist 250 Mal teurer als Leitungswasser und schadet der Umwelt. Viel Geld, Plastik und Wege zum Getränkemarkt können Sie sich sparen. In Deutschland haben wir nämlich das Glück, dass wir das Wasser aus dem Hahn trinken können. Es unterliegt sogar strengeren Kontrollen als abgefülltes Wasser.

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