Kann man sparen lernen?
Mittwoch, 11.12.2019

Kann man sparen lernen?

Jugendlichen fällt der richtige Umgang mit Geld oft schwer. Wir geben Nachhilfe in Finanzthemen.

Diesen Beitrag teilen:

„Ohne Moos nix los.“ Diese Erfahrung machen Teenager häufig, zum Beispiel wenn auf dem Schulhof Markenprodukte zu Statussymbolen werden. Wer nicht die angesagte Kleidung trägt oder das neueste Handymodell besitzt, ist schnell Außenseiter. Die Folge: 31 Prozent der 14- bis 24-Jährigen hatten schon einmal Schulden. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Bundesverband deutscher Banken. Warum aber kommen manche Jugendliche schlechter mit ihrem Budget aus als andere? Die Ursache dafür liegt oft in mangelnden Wirtschafts- und Finanzkenntnissen. Ein Großteil der älteren Schüler hat hierbei einen deutlichen Nachholbedarf, wie die GfK-Umfrage zeigt.

Newsletter

Interessieren Sie sich für die Finanzwelt? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie einmal im Monat alle Neuigkeiten rund ums Geld.

Eltern als Vorbild

Beim Umgang mit Finanzdingen übernehmen Eltern eine Vorbildfunktion. Sie prägen ihren Nachwuchs von klein auf durch ihr Verhalten. Zum besseren Verständnis trägt in erster Linie das offene Gespräch miteinander bei. So etwa darüber, dass Eltern sich vielleicht auch nicht jeden Wunsch sofort erfüllen können, weil er möglicherweise zu teuer ist und Sparen erfordert. Und: dass sich das Durchhalten durchaus lohnen kann –  die erste Anschaffung mit dem eigenen selbst ersparten Geld vergisst man nicht so schnell. Die Freude darüber auch nicht. Kinder sollten die Möglichkeit erhalten, diese Erfahrungen selbst zu machen. Das eigene Taschengeld spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es macht einen großen Unterschied, ob die Eltern alles bezahlen oder ob das Kind selbst mit seinem Taschengeld haushalten darf. Mit dem Taschengeld legen Eltern daher einen wichtigen Grundstein, um das Sparen zu erlernen.

Der erste Schritt zur eigenen Finanzplanung

Wenn die Kinder schon größer sind, kann man sie ebenfalls dazu motivieren, den Umgang mit Geld zu üben. Dabei eignet sich für Jugendliche zum Beispiel ein Ausgaben-und-Einnahmen-Check. In einer Tabelle werden dafür die finanziellen Möglichkeiten aufgelistet. Dazu zählt neben dem Taschengeld auch das Geldgeschenk zum Geburtstag oder der Lohn für Schülerjobs wie Rasenmähen, Nachhilfeunterricht geben oder Zeitungen austragen. Im Gegenzug führen die Heranwachsenden bereits möglichst alle laufenden Ausgaben auf. Sollte am Monatsende ein Plus in Aussicht stehen, lässt sich genau kalkulieren, wann genug Geld für eine größere Anschaffung vorhanden ist. Dieser Schritt gibt einen Impuls zum Sparen und beugt Schulden vor.

Niedrige Zinsen mitdenken

In manchem Fall reicht vielleicht schon ein Sparschwein. Allerdings können Schüler damit einzig und allein auf ihr Erspartes zurückgreifen. Das Geld bringt keinen zusätzlichen Ertrag, was das Sparen viel attraktiver machen würde. Lange galt das Sparbuch dank der Zinsen als bessere Alternative. Wer mit einem Sparbuch sparte, lieh der Bank sein Geld und wurde dafür mit Zinsen belohnt. Über längere Zeiträume konnte sich das Vermögen so über die Zinsen und den Zinseszins weiter erhöhen. Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen immer weiter gesenkt hat, gibt es fast keine Sparzinsen mehr. Hinzu kommt die „Inflation“. Eine zeitgemäße Form des Sparens sind Fondssparpläne. Sie sind schon ab 25 Euro im Monat möglich.

Inflation begreifen

Im Sozial- und Wirtschaftskundeunterricht hören Schüler häufig etwas von „Inflation“ und „Kaufkraft“, aber der Bezug zum eigenen Leben bleibt oft verborgen. Am einfachen Beispiel, etwa am Preis für ein Eis, ein Brötchen oder einen Burger, lässt sich gut darstellen, wie sich der Geldwert in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Wird diese Preisentwicklung für die Zukunft hochgerechnet, zuckt so mancher zusammen. „Oh Schreck, im Alter könnte es finanziell ganz schön eng werden!“ Im Rückblick betrachtet halbiert sich nämlich etwa alle 25 bis 30 Jahre der durchschnittliche Geldwert. 1.000 Euro von heute dürften demzufolge in wenigen Jahrzehnten also nur noch etwa 500 Euro Kaufkraft haben.

Ja, sparen kann man lernen – genauso wie Mathematik oder Englisch. Und auch beim Sparen braucht es Übung und Erfahrung, um Schritt für Schritt sein Wissen aufzubauen. Es ist wie bei vielen anderen Dingen: Man lernt für das Leben. So lassen sich auch größere Finanzentscheidungen, die man dann als Erwachsener zu treffen hat, besser bewerten.

Diesen Beitrag teilen:

Lust auf weitere spannende Themen?

Geldanlage für Einsteiger

Geldanlage für Einsteiger

Aktien, Dividenden, Investmentfonds? Sechs Tipps, damit der Start am Kapitalmarkt gelingt.

Teaser-Link
  • Ratgeber
Sparen mit System

Sparen mit System

Ein Ziel vor Augen, aber der Weg dorthin ist noch unklar? Ein einfacher Plan hilft Ihnen dabei, es zu erreichen.

Teaser-Link
  • Ratgeber
Fondssparen

Fondssparen

Hier erfahren Sie, wie das Sparen mit Fonds funktioniert.

Teaser-Link