Geld und Glück
Mittwoch, 16.02.2022

Geld und Glück

Geld allein macht nicht glücklich – oder doch?

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Keine Frage: Es ist wichtig Geld zu haben, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber entscheidet Geld auch über unser Glück? Bereits die alten griechischen Philosophen beschäftigten sich mit der Frage nach dem Glück und den Faktoren, die es beeinflussen. Und ein Sprichwort behauptet sogar: „Geld allein macht nicht glücklich.“ Ob Geld das Glücksempfinden beeinflusst, beschäftigt auch Wissenschaftler.

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Glück ist nicht gleich Glück

Aber was ist eigentlich Glück? Das Gefühl, glücklich zu sein, ist sehr individuell. Die einen macht es glücklich, wenn sie ein großes Haus besitzen oder eine Gehaltserhöhung bekommen. Die anderen sind glücklich, wenn sie auf dem Balkon ihrer Einzimmerwohnung ein gutes Gespräch mit dem Nachbarn führen oder wenn einfach nur die Sonne scheint. Für jeden ist Glück etwas anderes, es lässt sich somit nur schwer definieren. Dennoch stellen sich seit der Antike Philosophen und Wissenschaftler die Frage, was uns Menschen glücklich macht.

Macht Geld glücklich?

In der Forschungsgeschichte zum Thema Geld und Glück sind vor allem die amerikanischen Wissenschaftler wegweisend: Lange Zeit wurde an der Theorie des „Easterlin-Paradoxes“ festgehalten. Der US-amerikanische Ökonom Richard Easterlin wollte zwischen 1974 bis 2010 in Studien beweisen, dass Wirtschaftswachstum auf Dauer nicht glücklich macht. Wenn grundlegende Bedürfnisse befriedigt sind, führt mehr Einkommen nicht zwingend auch zu mehr Glück, so sein Fazit.

Zu einem ähnlichen, aber differenzierteren Ergebnis kamen die Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus Deaton – beide Glücksforscher in den USA – bei ihren Befragungen aus dem Jahr 2010: Mit dem Wohlstand wächst das tägliche Glücksempfinden (luck) der Befragten nur begrenzt, die allgemeine Lebenszufriedenheit (happiness) hingegen steigt. Aber auch bei dieser Theorie kennt das Glück Grenzen: Ab einem Jahreseinkommen von 75.000 Dollar (2010: ca. 58.000 Euro) hat der Mensch sich an seine komfortable Situation gewöhnt und ein höheres Einkommen kann das Wohlbefinden kaum noch steigern.

Diese Thesen galten in den vergangenen Jahren als erwiesen. Nun aber wurden im Fachjournal PNAS die Ergebnisse des amerikanischen Glücksforschers Matthew Killingsworth veröffentlicht. Sein Resultat: Glücksempfinden (luck) und Lebenszufriedenheit (happiness) steigen proportional zum Vermögen. Und zwar: ohne Limit. Aber gilt diese These auch für uns Bundesbürger?

Geld und Glück in Deutschland

Der Soziologe Jan Delhey von der Universität Magdeburg lobt die Studie von Matthew Killingsworth. Er gibt aber zu bedenken, dass sich Studienergebnisse aus den USA nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen lassen. So gehört für die Bundesbürger nicht immenser Reichtum, sondern finanzielle Sicherheit zu den Faktoren, die das Glücksempfinden positiv beeinflussen. Bei einer Statista-Umfrage gaben auch 25 Prozent der Befragten an, „ausreichend Geld“ für ihr Glück zu benötigen. Daneben brauche es aber mehr: An erster Stelle steht die Gesundheit (51 Prozent), gefolgt von einer guten Partnerschaft (32 Prozent) und einer intakten Familie (31 Prozent). Dann erst kommt der Faktor Geld. Das alte Sprichwort „Geld allein macht nicht glücklich“ scheint sich also hierzulande zu bewahrheiten.

Die 10 glücklichsten Länder der Welt 2021

Alle Jahre wieder wurden auch im Jahr 2021 im Auftrag der Vereinten Nationen Menschen nach ihrer Zufriedenheit befragt – weltweit. Die Befragten konnten Kriterien wie Bruttoinlandsprodukt, Stärke des sozialen Umfelds, Level der Korruption, Lebenserwartung und Freiheit auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten. Finnland ist demnach die zufriedenste Nation, gefolgt von Island und Dänemark. Deutschland belegt Platz 7.

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