Energiefresser vermeiden und Geld sparen
Mittwoch, 08.06.2022

Energiefresser vermeiden und Geld sparen

Wir verraten Ihnen, wie schon kleine Maßnahmen Wirkung erzielen.

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Heizen und Tanken sind aktuell so teuer wie nie zuvor. Die Strompreise steigen ebenfalls immer weiter. Seit dem Krieg in der Ukraine erzielen die Preise für Energie einen Rekord nach dem anderen und haben die historischen Höchstwerte längst übertroffen. Laut Vergleichsportal Verivox sind allein innerhalb der ersten drei Kriegswochen die Energiekosten für Privathaushalte durchschnittlich um 27 Prozent gestiegen. Die Ampel-Koalition hat entsprechend Maßnahmen beschlossen, die die Verbraucher in Deutschland entlasten sollen. Diese finanzielle Unterstützung wird aber die Mehrkosten, die auf jeden Bundesbürger zukommen werden, nicht komplett ausgleichen können. Wenn Sie zukünftig nicht von hohen Energieabrechnungen überrascht werden wollen, hilft daher nur, weniger Energie zu verbrauchen. Falls Sie jetzt an kalte Duschen am Morgen oder ungemütliche Fernsehabende im dicken Pulli denken – Energiesparen ist in vielen Varianten möglich. Schon minimale Verhaltensänderungen im Alltag können den Energieverbrauch und damit auch die Kosten deutlich senken. Die effektivsten Energiespartipps haben wir für Sie zusammengestellt.

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Energieverbrauch

Einsparpotenziale beim Heizen und für Warmwasser

Heizen bietet das größte Sparpotenzial. In der Regel treibt nämlich nicht der Stromverbrauch die Energierechnungen der Privathaushalte in die Höhe, sondern das Heizen. Mehr als 70 Prozent des Energieverbrauchs wenden wir in der Regel für warmes Wohnen auf. An zweiter Stelle steht die Warmwasserzubereitung mit fast 15 Prozent. Mit den folgenden Maßnahmen können Sie Ihren Energieverbrauch erheblich senken:

Überheizen vermeiden: Wenn Sie Ihre Raumtemperatur nur um 1 Grad senken, können Sie 6 Prozent Energie sparen. Heizen Sie Flure und selten genutzte Räume statt auf eine Temperatur von 20 Grad nur auf 16 Grad, sparen Sie 24 Prozent der Heizkosten für diese Räume. Als weitere Sparmaßnahme kann die Wärmereglung nachts und bei Abwesenheit abgesenkt werden. Das Umweltbundesamt hat berechnet: Wenn alle deutschen Haushalte die Temperatur in ihren Wohnungen um 2 Grad senken würden, könnten ungefähr 5 Prozent des derzeit importierten Gases aus Russland eingespart werden.

Heizkörper freihalten: Gardinen und Möbel vor den Heizkörpern verhindern die Wärmeabgabe an die Raumluft. Die Folge: Ein Teil der energieintensiven Heizleistung wird nicht genutzt.

Heizsystem entlüften: Heizkörper, in denen Luft statt Wasser aufgewärmt wird, heizen den Raum nicht auf. Mit einem Vierkantschlüssel lassen sich die Ventile an den Heizkörperseiten entlüften.

Heizung früher ausschalten: Heizkörper heizen nach dem Abdrehen in der Regel nach. Sparsamer ist es daher, wenn die Heizung schon eine Stunde vor dem Schlafen- oder Weggehen abgedreht wird.

Heizung prüfen lassen: Eine Heizungsanlage sollte regelmäßig gewartet werden, um einen effektiven Betrieb zu gewährleisten. Eine gut funktionierende Heizung spart laut Umweltbundesamt 5 bis 10 Prozent Heizkosten.

Richtig lüften: Fenster, die in der Heizperiode lange Zeit auf Kippstellung geöffnet werden, sorgen dafür, dass die Wände auskühlen und der Raum viel Wärme verliert. Diese muss dann mit mehr Energie wieder zugeführt werden. Energiesparender sind kurze Stoßlüftungen.

Türen und Fenster abdichten: Die Wärme sollte möglichst nicht entweichen. Daher ist es ratsam, Dichtungen an Fenstern und Türen regelmäßig zu überprüfen und poröse Dichtungen auszutauschen. Größere Spalten kann ein Gummi- oder Schaumstoffdichtungsband schließen. Geschlossene Rollläden mindern den Wärmeverlust über die Fenster um mehr als 20 Prozent.

Duschen statt baden: Ein Wannenbad mit 160 Litern Wasser verbraucht etwa viermal so viel Energie wie ein Duschgang. Wer statt 8 Minuten nur 6 Minuten duscht, kann 25 Prozent Energie einsparen. Verivox hat durchgerechnet: Wer einen Duschgang im Durchschnitt von 8 auf 4 Minuten halbiert, kann 300 Euro im Jahr sparen. Auch eine Wassersparbrause lohnt sich: Die Wassermenge, die erhitzt werden muss, wird damit um die Hälfte reduziert.

Tipps für einen geringeren Stromverbrauch 

Beleuchtung (1 Prozent), Elektrogeräte (8 Prozent) und Prozesswärme (5 Prozent) durch die Nutzung von zum Beispiel Herd und Waschmaschine machen im Haushalt zusammen fast 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Es ist also durchaus lukrativ, die sogenannten Stromfresser im eigenen Haushalt ausfindig zu machen und sich kleine Veränderungen im Nutzungsverhalten anzugewöhnen.

EU-Energielabel beachten: Beim Kauf eines neuen Elektrogeräts ist es ratsam, auf das Energielabel zu achten. Energieeffizienzklasse A kennzeichnet Geräte mit einem geringen Stromverbrauch. Um Geräte der Klasse D dagegen sollten Sie einen großen Bogen machen, denn diese haben einen hohen Stromverbrauch und sind somit teuer im Unterhalt.

Kühlschrank richtig nutzen: Kühlgeräte gehören zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt, weil sie ununterbrochen in Betrieb sind. Wenn Sie die Kühltemperatur statt auf 5 Grad auf 7 Grad einstellen, können Sie 15 Prozent Strom sparen. Um den energieaufwendigen Kälteprozess nicht unnötig anzukurbeln, sollte die Kühlschranktür immer nur kurz geöffnet und der Standort des Geräts nicht in der Nähe von Wärmequellen gewählt werden. Auch wenn sich im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe eine dicke Eisschicht gebildet hat, erhöht sich der Stromverbrauch.

Elektrogeräte ausschalten: Das Umweltbundesamt beziffert die Kosten durch den sogenannten Stand-by-Verbrauch in Privathaushalten und Büros auf 4 Milliarden Euro jährlich. Fernseher, Musikanlagen oder Computer sind im Stand-by (Ruhemodus) heimliche Stromfresser, die unnötig Energie verbrauchen und Kosten verursachen. Auch in die Steckdose gesteckte Ladekabel ziehen Strom, selbst wenn kein Gerät angeschlossen ist. Um diesen nutzlosen Stromverbrauch zu vermeiden, haben sich Steckdosenleisten bewährt: Mit einem Schalter lassen sich alle eingesteckten Geräte auf einmal vom Strom trennen.

Eco-Programme wählen: Auch wenn die Eco-Programme bei der Spül- oder Waschmaschine länger laufen, sparen sie dennoch viel Energie. Im Schnitt verbrauchen diese Waschvorgänge nur halb so viel Strom und sehr viel weniger Wasser als ein Normalprogramm.

Kochen mit Deckel und Restwärme: Ohne Deckel entweicht Wärme und der Kochvorgang dauert länger. Laut Umweltbundesamt steigt der Energieverbrauch dadurch um 30 Prozent. Als weitere Energiesparmaßnahme können beim Kochen Herdplatte (ausgenommen Induktion) oder Ofen einige Minuten früher abgeschaltet werden: Die Restwärme sorgt dafür, dass das Essen fertig gegart, gebraten oder gebacken wird.

Umluft nutzen: Gegenüber Ober- und Unterhitze können mit Umluft an die 20 Prozent Energie eingespart werden, weil Umluft mit einer um rund 25 Grad geringeren Temperatur auskommt.

Wasserkocher verwenden: Das Erhitzen von Wasser geht mit dem Wasserkocher schneller als auf dem Herd und spart Energie.

Energiesparlampen einsetzen: Herkömmliche Glühbirnen können nur etwa 5 Prozent der aufgenommenen Energie in Licht umwandeln. Energiesparlampen wie beispielsweise LED-Lampen haben deutlich weniger Verluste und brauchen um 75 Prozent weniger Energie. Dazu kommt, dass Energiesparlampen eine weitaus längere Lebensdauer haben.

Sparsam waschen und trocknen: Hohe Waschtemperaturen sind häufig nicht notwendig: Waschen bei 40 Grad spart im Vergleich zu einem 60-Grad-Programm an die 40 Prozent Strom. Und statt die nasse Wäsche in den Trockner zu geben, ist es gewebeschonender und energiesparender, die Frischwäsche zum Trocknen einfach auf den Wäscheständer oder draußen an die Leine zu hängen.

Weitere Tipps

Fahrrad fahren

Auto effizient nutzen: Viele Pkws haben eine „Eco-Driving“-Anzeige. Mit diesem Fahrstil lassen sich auf 100 Fahrkilometern um die 0,5 Liter Kraftstoff sparen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung von 120 auf 100 Kilometer pro Stunde spart 15 Prozent Spritkosten. Auch der richtige Reifendruck ist wichtig: Wenn der Reifendruck um die 0,5 Bar zu niedrig ist, verbraucht Ihr Fahrzeug an die 5 Prozent mehr Kraftstoff. Winterreifen sollten im Frühjahr rechtzeitig abgezogen werden, da sie rund 10 Prozent mehr Sprit benötigen. Auch Dachgepäckträger, die ungenutzt auf dem Pkw montiert bleiben, erhöhen den Verbrauch und damit die Kosten um die 25 Prozent. Am günstigsten ist es natürlich, wenn Sie gerade für kurze Wege das Auto stehen lassen und stattdessen das Fahrrad nehmen. Für längere Strecken ist Zugfahren mittlerweile oftmals billiger als die Fahrt mit dem eigenen Pkw. Und wer eine Fahrgemeinschaft gründet, zahlt nur einen Teil der Spritkosten.

Auf Ökostrom umstellen: Strom aus fossilen Rohstoffen (Normalstrom) ist durchschnittlich nicht günstiger als Strom aus regenerativen Rohstoffen wie Wind, Sonne oder Wasser (Ökostrom).

Nachhaltige Unternehmen unterstützen: Die Bundesregierung setzt unter anderem auf die Förderung erneuerbarer Energien, um von russischen Energielieferungen unabhängig zu werden. Um die ökologische Transformation zu beschleunigen, hat die Regierung 200 Milliarden Euro für den Klimaschutz zur Verfügung gestellt. Experten rechnen damit, dass das Geld, das in den Umbau der Wirtschaft fließt, sich nicht nur positiv auf die Umwelt auswirken wird, sondern auch auf die Wirtschaft insgesamt. In den nachhaltigen Fonds von Union Investment beispielsweise sind auch Unternehmen vertreten, die auf dem Weg sind, sich energieeffizient aufzustellen. Ihr Bankberater informiert Sie gern über die verschiedenen Schwerpunkte dieser nachhaltigen Geldanlagen.

Warum ist Energie so teuer geworden?

Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Sanktionsmaßnahmen sowie das Ziel der europäischen Staaten, von russischen Energierohstoffen unabhängig zu werden, könnten zu Versorgungsengpässen führen. Diese Befürchtungen haben die Preise für Heizöl, Gas, Strom und Sprit in letzter Zeit sprunghaft nach oben schießen lassen. Weil Deutschland noch immer einen großen Teil seiner Energierohstoffe aus Russland bezieht, könnte Energie in Deutschland knapp und damit noch teurer werden.

Neben der Sorge vor einer Verknappung sind allerdings noch weitere Gründe für den Preisanstieg verantwortlich, die schon vor dem Ukraine-Krieg begannen: Mit der Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch ist die Nachfrage nach Energie wieder gestiegen und ihr Preis verteuerte sich bereits 2021. Hinzu kommt, dass in Deutschland die Preise für die CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe von 25 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2021 seit Anfang 2022 um 5 Euro erhöht wurden.

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