Berufsstart und Finanzen
Mittwoch, 09.09.2020

Berufsstart und Finanzen

Viele Schulabgänger treten ihre Lehrstelle an und verdienen das erste eigene Geld. Was es dabei zu beachten gibt.

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Das lange Warten hat ein Ende, denn bald geht es endlich los: der erste Tag im Ausbildungsbetrieb. Der Start in das Berufsleben bedeutet auch das erste eigene Gehalt. Was junge Berufsanfänger dazu wissen sollten, haben wir zusammengefasst.

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Das erste Gehalt

Die Bezahlung für die Ausbildung fällt je nach Beruf und Betrieb unterschiedlich aus. So verdienten Konditoren und Konditorinnen 2019 im ersten Ausbildungsjahr 607 Euro. Bei Automobilkaufmännern/-frauen lag die Bezahlung 2019 durchschnittlich bei 770 Euro, und für Bankkaufmänner/-frauen waren es 1.038 Euro. Doch unabhängig von Faktoren wie Branche, Standort und Größe des Ausbildungsbetriebs gibt es eine Mindestausbildungsvergütung. Diese hängt davon ab, in welchem Kalenderjahr die Ausbildung beginnt. Für das Jahr 2020 liegt diese im ersten Lehrjahr bei 515 Euro. Im zweiten und dritten Lehrjahr steigt die Mindestausbildungsvergütung auf 550 und 585 Euro, bis sie dann im vierten Lehrjahr 620 Euro beträgt.

Eigene Versicherungen

Azubis sind nicht mehr über die Familienversicherung der Eltern krankenversichert. Das heißt, eine eigene Versicherung muss abgeschlossen werden. Eine Haftpflichtversicherung sollte auch jeder Berufsanfänger haben. Ob man als Radfahrer einen Unfall verursacht oder auf der Party das Handy des besten Freundes fallen lässt: Eine Haftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen solcher Schäden. Die Versicherungsbeiträge für Haftpflichtversicherungen sind relativ gering. Gerade für Berufseinsteiger kann auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Welche weiteren Versicherungen sinnvoll sind, ist individuell sehr unterschiedlich.

Beliebte Ausbildungsberufe

Im Jahr 2019 gab es etwas mehr als 1.300.000 Auszubildende in Deutschland. Davon arbeiteten die meisten im Bereich Industrie und Handel, gefolgt vom Handwerk. Der beliebteste Ausbildungsberuf bei Männern ist der Kraftfahrzeugmechatroniker, gefolgt vom Fachinformatiker und Elektroniker. Frauen lassen sich am häufigsten zur Kauffrau für Büromanagement ausbilden oder zur medizinischen Fachangestellten.

Ein Girokonto eröffnen

Mit dem lang ersehnten ersten Gehalt wird auch ein eigenes Girokonto benötigt, damit das Gehalt überwiesen werden kann und auch selbst Bankgeschäfte getätigt werden können. Hier gibt es auch gebührenfreie Angebote ohne einen Mindestgehaltseingang für Auszubildende.

Vermögenswirksame Leistungen

Gerade für Berufsanfänger sind vermögenswirksame Leistungen (VL) besonders interessant. Bis zu 40 Euro können sie monatlich in VL sparen. Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter und geben einen Teil dazu oder übernehmen die Sparrate sogar ganz. In welcher Höhe der Arbeitgeber einen Zuschuss zur VL-Sparrate dazugibt, kann bei dem Vorgesetzten oder in der Personalabteilung erfragt werden.

Rücklagen bilden

Auch wenn der nächste Urlaub vielleicht erst im nächsten Jahr geplant ist: Ein paar Euro dafür zur Seite zu legen macht es einfacher, diesen dann zu finanzieren. Mit einem Fondssparplan geht das schon mit kleinen Raten ab 25 Euro im Monat.

Jetzt an die Rente denken?

Wer früh anfängt, spart leichter, weil der monatliche Aufwand geringer ist. Die sogenannte Riester-Rente wird staatlich voll gefördert, wenn vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens inklusive der Zulagen eingezahlt werden. Bei einem monatlichen Gehalt von 700 Euro sind es rund 14 Euro im Monat, die zurückgelegt werden. Dabei ist die Zulage bereits berücksichtigt. Eigentlich eine überschaubare Summe. Zudem belohnt der Staat diejenigen, die besonders früh mit dem Riestern starten: Wer vor dem 25. Lebensjahr einen Riester-Vertrag abschließt, erhält einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Zum Jahreswechsel: die erste Steuererklärung

Ob Auszubildende Steuern zahlen, hängt von der Höhe der Ausbildungsvergütung und der Lohnsteuerklasse ab. Wenn Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an das Finanzamt abgeführt wurden, kann sich eine Steuererklärung durchaus lohnen. Denn Azubis können viele Ausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Dazu zählen Kosten für Bewerbungsmappen, Bewerbungsfotos, Klarsichthüllen und Kopien ebenso wie Fahrtkosten zum Bewerbungsgespräch und zur Ausbildungsstätte. Aller Anfang ist schwer, doch mittlerweile gibt es Programme, die einem die Steuererklärung erleichtern. Und ist das erst einmal geschafft, geht die nächste Steuererklärung gleich viel leichter von der Hand.

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