Das ändert sich 2021
Mittwoch, 06.01.2021

Das ändert sich 2021

Mehr zu Mindestlohn, Kindergeld und Co.

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Seit Jahresbeginn gibt es einige neue Regelungen, die sich auf den Geldbeutel auswirken. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengestellt.

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Mindestlohn wird angehoben

Der Mindestlohn wird stufenweise angehoben. Er erhöht sich um 15 Cent von 9,35 Euro auf 9,50 Euro brutto pro Zeitstunde. Im Juli folgt dann eine weitere Erhöhung auf 9,60 Euro, und bis zum Sommer 2022 soll der gesetzliche Mindestlohn insgesamt 10,45 Euro betragen. Auch einige Branchenmindestlöhne werden 2021 angehoben, wie beispielsweise der des Elektrohandwerks. Dieser steigt auf 12,40 Euro brutto. Dachdecker verdienen seit dem 1. Januar 2021 mindestens 12,60 Euro (ungelernte Arbeitnehmer) und 14,10 Euro brutto (gelernte Arbeitnehmer).

Höhere Mindestvergütung für Azubis

Die Mindestvergütung für Auszubildende steigt ab Januar 2021 von 515 Euro auf 550 Euro monatlich. Eine weitere Anpassung erfolgt in den nächsten beiden Jahren. So erhöht sich 2022 der Mindestlohn für Azubis auf 585 Euro und 2023 um weitere 35 Euro auf 620 Euro pro Monat.

Mehr Kindergeld und steigende Freibeträge

Familien werden 2021 steuerlich entlastet. Der Grundfreibetrag, nach dem sich auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen richtet, steigt auf 9.744 Euro. Auch das Kindergeld wird angehoben, um 15 Euro pro Kind. Für das erste und zweite Kind erhalten Eltern im neuen Jahr monatlich 219 Euro, für das dritte Kind sind es 225 Euro. Ab dem vierten Kind gibt es 250 Euro. Zudem wird der Kinderfreibetrag pro Elternteil von 2.586 Euro auf 2.730 Euro aufgestockt. Gleiches gilt für den Betreuungsfreibetrag, der sich von 1.320 Euro auf 1.464 Euro pro Elternteil erhöht.

Solidaritätszuschlag entfällt für die meisten Steuerzahler

Solidaritätszuschlag entfällt für die meisten Steuerzahler

Fast 90 Prozent der Bevölkerung zahlen keinen Solidaritätszuschlag mehr. Für 6,5 Prozent fällt zumindest noch ein Teil der Steuer weg, Top-Verdiener zahlen den Solidaritätszuschlag weiterhin. Ab wann genau der Soli auch zukünftig fällig wird, ist jedoch von den individuellen Lebensumständen abhängig. Je nachdem ob zum Beispiel alleinerziehend oder verheiratet mit Kindern, gibt es unterschiedliche Freibeträge für die Einkommensteuer, auf deren Basis der Zuschlag berechnet wird.

Grundrente als Zuschlag zur Rentenversicherung

Am 1. Januar 2021 wurde die Grundrente eingeführt. Diese wird zusätzlich zur gesetzlichen Rente ausgezahlt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Voraussetzungen sind, dass mindestens 33 Jahre sogenannte Grundrentenzeiten vorhanden sind, wie Berufstätigkeit mit Pflichtbeiträgen und Kindererziehungszeiten. Die Grundrente wird gestaffelt. Rentner mit einem Einkommen bis zu 1.250 Euro – bei verheirateten Paaren sind es 1.950 Euro – erhalten die Grundrente in voller Höhe. Rund 1,3 Millionen Rentner in Deutschland werden davon profitieren. Die Begünstigten werden automatisch von der Rentenversicherung kontaktiert. Ein Antrag wird nicht benötigt, um die neuen Leistungen zu erhalten.

CO2-Abgabe lässt Spritpreise und Wohngeld steigen

Ab 2021 tritt die CO2-Abgabe in Kraft. Die Umweltsteuer wurde von der Bundesregierung erlassen, um die Energiewende finanzieren zu können. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der Preise für fossile Brennstoffe. So steigen die Ausgaben für Benzin und Diesel um 7 bis 8 Cent pro Liter. Auch die Heizkosten für Erdgas und Heizöl erhöhen sich. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas-Zentralheizung steigen die jährlichen Kosten durchschnittlich um 65 Euro. Rund 85 Euro mehr sind es bei Heizöl-Heizungen. Um Härtefälle zu vermeiden, werden Haushalte, die Wohngeld erhalten, bei den Heizkosten entlastet. Gestaffelt wird die Wohngelderhöhung nach Haushaltsgröße und Einkommen.

Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat die Typklassen neu berechnet. Typklassen spiegeln die Schadens- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Aus der Neuberechnung ergibt sich eine Erhöhung der Kfz-Versicherungsbeiträge für 6,1 Millionen Autofahrer in Deutschland. Das Model S von Tesla zum Beispiel war laut Bemessung 2019 häufiger in Unfälle verwickelt. Daraus ergibt sich für dieses Modell eine Verschlechterung um vier Typklassen. 4,6 Millionen deutsche Autofahrer können sich dagegen über sinkende Kfz-Beiträge freuen. Für Halter eines Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4 verbessert sich beispielsweise die Versicherungsklasse um drei Stufen. Welche Typklassen sich konkret verbessern oder verschlechtern, erfahren Fahrzeughalter bei ihrer jeweiligen Kfz-Versicherung.

Steigende Zusatzbeiträge bei gesetzlichen Krankenkassen

Für 2021 ist aufgrund der Coronakrise ein höherer Zusatzbeitrag für gesetzlich Krankenversicherte geplant, da der allgemeine Beitragssatz nicht alle Kosten deckt. Jede Krankenkasse bestimmt die Höhe des Zusatzbeitrags selbst. Es gibt jedoch einen Richtwert des Bundesgesundheitsministeriums. Dieser liegt bei einer Erhöhung um 0,2 bis 1,3 Prozent. Der allgemeine Beitragssatz liegt aktuell bei 14,6 Prozent und wird ebenso wie der Zusatzbeitrag zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer übernommen.

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