Zwanzig Jahre Euro
Mittwoch, 27.02.2019

Zwanzig Jahre Euro

Die Gemeinschaftswährung hat seit ihrer Einführung viel erlebt. Ein Rückblick.

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Am 1. Januar 1999 war es so weit – nach einer langen Zeit der Vorbereitung wurde die gemeinsame Währung für Europa eingeführt. Drei Jahre später hielten die Menschen in Deutschland und elf weiteren europäischen Staaten den Euro in Form von Scheinen und Münzen in den Händen.

Ziel des Euro war es, als Gemeinschaftswährung vor allem den europäischen Binnenmarkt zu vervollständigen, indem er Handel und Finanztransaktionen innerhalb der Währungsunion vereinfachte und bestehende Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Ländern ausglich. Der Euro hatte nicht nur auf (wirtschafts-)politischer Ebene Vorteile: Urlaubsreisen innerhalb der Eurozone wurden einfacher, da man nun keine D-Mark mehr in italienische Lira tauschen musste, um sich am Gardasee mit einem Eis zu erfrischen, und keine französischen Francs mehr benötigte, um einen Crêpe in Paris zu essen.

Der Euro – ein „Teuro“?

Trotz vieler Vorteile wurde der Euro von zahlreichen EU-Bürgern zunächst skeptisch aufgenommen. Die Menschen mussten ihre Ersparnisse zu einem Wechselkurs von 0,5113 Euro pro D-Mark eintauschen, wodurch sich die Kontostände zumindest optisch halbierten. Die gleichzeitig gefühlte Verteuerung von Waren und Dienstleistungen brachte dem Euro schon schnell seinen ersten Spitznamen: „Teuro“.

Tatsächlich jedoch blieb die Inflation nach der Einführung des Euro im gesamten Euroraum annähernd konstant, in Deutschland war sie im Jahr 2002 sogar niedriger als 2001. Nichtsdestotrotz trauern auch 20 Jahre nach der Abschaffung der D-Mark manche Bürger immer noch um die ehemalige deutsche Währung. Nicht selten kann man auch heute noch beobachten, wie Menschen Preise umrechnen und entrüstet feststellen: „Fünf Euro? Das sind ja zehn Mark!“

Der Euro in Zeiten der Krise

Nicht nur der Skepsis der Konsumenten musste sich der Euro in jungen Jahren stellen. Im Jahr 2009 wurde er mit einer Krise innerhalb der Europäischen Währungsunion konfrontiert, die eine Staatsschuldenkrise, eine Bankenkrise und eine Wirtschaftskrise umfasste. Insbesondere die hohe Verschuldung einiger Staaten, prominentestes Beispiel war Griechenland, hat die Eurozone insgesamt vor große Herausforderungen gestellt. Schnell wurden Stimmen laut, die eine Aufspaltung des Euro oder den Austritt einzelner Staaten aus der Währungsunion forderten. Dazu kam es nicht. Die Gemeinschaftswährung konnte die Krise überstehen. Nach wie vor ist die Währungsunion jedoch unvollkommen: Es fehlt eine Banken- und wirtschaftspolitische Union, und die ökonomischen Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten sind groß. Es liegt also noch viel Arbeit vor den Staaten der Eurozone.

Auf der großen Bühne zu Hause

Trotz anfänglicher Skepsis der Bürger und einer schweren Krise hat sich der Euro heute als europäische Gemeinschaftswährung etabliert. Nach Zahlen der Bundesbank wurden im Jahr 2017 36 Prozent der internationalen Zahlungen in Euro getätigt, nur der US-Dollar wurde mit 40 Prozent öfter verwendet. Der Euro-Banknotenumlauf ist in den vergangenen Jahren im Durchschnitt um sechs Prozent pro Jahr gewachsen und steigt auch weiterhin.

Die Marke von einer Billion ausgegebenen Euro wurde Ende 2014 erreicht, mittlerweile befinden sich Euroscheine und -münzen im Wert von mehr als 1,2 Billionen im Umlauf. Dabei ist der 50-Euro-Schein der wertmäßig am häufigsten vorkommende Schein. Insgesamt sind etwa 520 Milliarden Euro in Form von 10,4 Milliarden 50-Euro-Scheinen unterwegs. Knapp 29 Milliarden Euro verteilen sich auf etwa 130 Milliarden Münzen. Davon sind zwei Drittel die besonders beliebten „roten Münzen“, die wertmäßig allerdings nicht einmal sieben Prozent des Umlaufs ausmachen.

Zwanzig Jahre Euro

Die Geld- und Kapitalmärkte der Eurozone sind heute von globaler Relevanz. Das haben auch andere EU-Staaten gemerkt: Nicht nur der Banknotenumlauf ist gewachsen, sondern auch die Zahl der EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Mittlerweile nutzen 19 Staaten den Euro. Zuletzt hat sich Litauen im Jahr 2015 für die Gemeinschaftswährung entschieden. Somit blicken wir zurück auf zwanzig nicht immer einfache, aber dennoch erfolgreiche Jahre. 

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