Wir sind die Neuen
Mittwoch, 22.05.2019

Wir sind die Neuen

Jungen Menschen wird nachgesagt, sie seien ganz anders als ihre Eltern. Stimmt das?

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Sie sind mit dem Computer groß geworden, die innerdeutsche Grenze kennen viele von ihnen nur aus dem Geschichtsbuch, und die meisten können sich kaum mehr an die D-Mark oder Telefonzellen erinnern. Wer heute zwischen 18 und 35 Jahre alt ist, zählt zur Generation Y und Z, die oft als „Millennials“ bezeichnet werden. Über sie gibt es viele Behauptungen. So etwa, dass sie viel vom Leben erwarten und es am liebsten in vollen Zügen genießen wollen. In anderen Dingen scheinen viele überraschend konservativ. Werden diese Annahmen den Millennials gerecht? Was beschäftigt die jungen Erwachsenen in Sachen Beruf, Konsum, Wohnen und Anlegen?

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Karriere im Zickzack

Festanstellung in Vollzeit, Selbstständigkeit, Teilzeit und Auslandsaufenthalte: Karrieren verlaufen heute nicht mehr so geradlinig wie früher. Die McDonald’s-Ausbildungsstudie von 2017 untersucht, wie junge Menschen im Übergang zwischen Schule und Beruf ihre Perspektiven einschätzen. Fast die Hälfte der befragten 15- bis 24-Jährigen hat es mit der Berufswahl nicht so eilig. Sie wollen lieber erst einmal ausprobieren, bevor sie sich festlegen. Wichtig ist, dass die Arbeit Spaß macht. Dieser Wunsch belegt Platz eins der Erwartungen an die berufliche Tätigkeit. Eine gesicherte Arbeitsstelle folgt auf dem zweiten Platz.

Die neue Generation will noch mehr vom Arbeitsleben. Viele wünschen sich eine ausgewogene Mischung zwischen Berufs- und Privatleben, mehr Flexibilität und eine sinnstiftende Tätigkeit. Immer mehr Arbeitgeber reagieren darauf. Einige Unternehmen bieten mittlerweile Auszeiten und flexible Arbeitsmodelle an, die zu den Ansprüchen des Nachwuchses passen. Die Balance zwischen Beruf und Freizeit ist allerdings nicht so einfach, wie eine Erhebung von Statista zeigt: 42 Prozent der befragten 18- bis 39-Jährigen empfinden diesen Spagat als größte Belastung beim Thema Arbeit.

Smartphone ja, Auto nein

Für möglichst viel Lebensgefühl nimmt die Generation junger Erwachsener auch Einbußen beim Gehalt hin. Im Jahr 2018 verfügten 45 Prozent der 18- bis 35-Jährigen über weniger als 1.500 Euro Nettoeinkommen im Monat. Das könnte eine Ursache für den Trend zum bewussteren Konsum sein. Drei Viertel der befragten jungen Erwachsenen gönnen sich nur das Nötigste, setzen dabei aber auf Produkte von hoher Qualität.

Fast alle nach 1980 Geborenen besitzen ein Smartphone. Erhebungen gehen von gerade einmal 1,3 Prozent unter den 18- bis 35-Jährigen aus, die kein modernes Mobiltelefon besitzen. Digital sind also so gut wie alle der Jungen. An Bedeutung verliert dagegen das Statussymbol Auto. Ein schicker neuer Wagen ist für eine wachsende Zahl der Altersklasse nicht mehr wichtig. Sie kaufen lieber Gebrauchtwagen – oder nutzen Autos gemeinschaftlich, zum Beispiel mit Kfz-Diensten. Gesundheit zählt zu den wichtigsten Werten der jungen Menschen. Körperliche Fitness steht bei ihnen deshalb hoch im Kurs: 30 Prozent besuchen regelmäßig ein Fitnessstudio.

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Die Erinnerung an Sparzinsen verblasst

Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit steht auf Platz zwei der Werteliste der Millennials. Zehn Jahre nach der Finanzkrise kenne viele der jungen Erwachsenen Sparbücher, die satte Zinsen abwerfen, nur noch aus Erzählungen. Zum Vermögensaufbau bleibt dem deutschen Nachwuchs nur der Kapitalmarkt. Und das Interesse daran ist gewachsen – wie das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment zeigt. Im Rahmen dieser Studie werden regelmäßig Finanzentscheider zwischen 20 und 59 Jahren befragt. Zwei Drittel der 20- bis 29-Jährigen sehen Negativzinsen als Impuls, um ihr Anlageverhalten zu ändern.

„Generation Rent“

Wer erst einmal studiert oder sich in Ruhe orientiert, kann später mehr verdienen. Das hat zur Folge, dass viele junge Menschen zunächst zu Hause wohnen bleiben. 2017 lebte die Hälfte der Frauen mit 22 Jahren noch bei den Eltern. Bei den Männern sind es sogar mit 23 Jahren noch 50 Prozent. Wer dann auszieht, bleibt danach erst einmal Mieter. Wegen der hohen Immobilienpreise lebt nur ein Viertel der Deutschen unter 40 Jahren im Eigenheim. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist jedoch da – wie eine Studie von Union Investment zum Thema Wohneigentum zeigt. 69 Prozent der darin befragten 18- bis 40-Jährigen wünschen sich eine eigene Immobilie. Was ihnen fehlt, sind die Mittel. Die Studie spricht daher von „Generation Rent“. Denn nur ein Drittel der Menschen unter 35 Jahren glaubt daran, sich in den nächsten zehn Jahren ein Haus oder eine Wohnung kaufen zu können.

Die wichtigsten Werte der Millennials

  • Gesundheit (80 Prozent Zustimmung)
  • Finanzielle Unabhängigkeit (71 Prozent Zustimmung)
  • Eigene Familie haben (65 Prozent Zustimmung)
  • Bildung (64 Prozent Zustimmung)
  • Reisen (51 Prozent Zustimmung)

Quelle: Statista. Umfrage von 2015. Befragt wurden 1.000 Millennials zwischen 18 und 30 Jahren.

Leben genießen – mit Weitblick

Das Leben soll Spaß machen. Und das ist der jungen Generation wichtiger als Geld. Wer jedoch weniger Mittel zur Verfügung hat, baut auch schwerer Rücklagen auf. Diese fehlen dann im Alter. Denn geringe oder unstete Einkommen vergrößern die Lücke zwischen Arbeitseinkommen und späterer gesetzlicher Rente. Den jungen Deutschen ist das bewusst: Jeder Zweite zwischen 18 und 29 Jahren hat Angst vor Altersarmut. So lautete das Ergebnis einer Umfrage des FAZ-Instituts zum Thema Altersvorsorge und Risikoabsicherung der Millennials. Rund 800 Euro monatlich fehlen den heute 20- bis 34-Jährigen, um im Ruhestand den gewohnten Lebensstandard zu genießen.

Am einfachsten lässt sich diese Lücke mit einem Riester-Sparplan schließen. Besonders wenn man frühzeitig damit anfängt. So lässt es sich auch mit weniger Einkommen solide fürs Alter vorsorgen. Zumal der Staat beim Sparen hilft. Millennials können so unbeschwert ihre Freiheit genießen – heute, aber auch später.

Generation ?

Seit den 1960er Jahren ist es in der Trendforschung üblich, jeder Generation einen Namen zu geben. Hier sind die wichtigsten mit den jeweiligen Geburtsjahren:

  • Babyboomer: 1960er Jahre
  • Generation X: 1970er Jahre bis 1980
  • Generation Y: 1980 bis 2000
  • Generation Z: seit 2000
  • Millennials: von den frühen 1980er Jahren bis 2000

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