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Mittwoch, 04.05.2022

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Zwei Fondsmanager von Union Investment bringen Hilfsgüter in die Ukraine

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Der Krieg in der Ukraine löst große Betroffenheit aus. Viele Menschen wollen helfen und spenden Geld oder Nahrung, Verbandsmaterial, Hygieneartikel und Medikamente. Dinge, die in der Ukraine derzeit knapp sind und dringend gebraucht werden. Auch unsere beiden Kollegen Omar Abu Rashed und Michael Gierse wollen helfen. Die beiden arbeiten normalerweise als Fondsmanager in Frankfurt. Über seine Frau hat Michael Gierse erfahren, dass dringend Fahrer gesucht werden, die Sachspenden in die Ukraine bringen. Er überlegt nicht lange und sagt zu. Im Intranet findet sich binnen Minuten ein weiterer Fahrer – sein Kollege Omar Abu Rashed – für die 1.300 Kilometer lange Fahrt von Frankfurt am Main bis in ein ukrainisches Dorf in der Nähe von Lemberg. Die Hilfsgüter sollen dort in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Aktion wird von einer in Frankfurt lebenden Ukrainerin organisiert. 

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Fondsmanager Ukraine


„Wir übernehmen den gefährlichen Transport in die Ukraine. Menschen in Not zu helfen, sollte selbstverständlich sein“, meinen Omar Abu Rashed und Michael Gierse.

Im Alltag sind beide Fondsmanager bei Union Investment. Für die Hilfsfahrt wurden sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt.

Keine Spazierfahrt

Omar Abu Rashed und Michael Gierse fahren am 10. März um 18 Uhr mit einem Transporter voller Kartons mit chirurgischen Handschuhen, Kisten mit medizinischen Spritzen und Kanister mit Desinfektionsmittel im Wert von mehreren Tausend Euro – eine Spende des Lions Clubs – und Sachspenden von Privatpersonen los. Eine Nachtfahrt quer durch Deutschland und Polen. Sie wechseln sich mit dem Fahren ab – ohne Pausen. Michael Gierse und Omar Abu Rashed haben einen Notfallschlafsack, Wasser und eine Dose mit Gemüsefrikadellen eingepackt. Direkt nach der Übergabe sollen sie wieder zurückfahren, damit mit dem Transporter erneut medizinisches Material in das Krankenhaus gebracht werden kann. Wo und wie die Übergabe konkret stattfinden soll, wissen die beiden Männer zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sie haben zwei Namen von Kontaktpersonen, mehr nicht – eine Vorsichtsmaßnahme der Hilfsorganisation in Frankfurt, damit die Lieferung nicht gestoppt werden kann.

Die Solidarität ist grenzenlos

Nach einer stundenlangen Fahrt durch Polen nähern sich die ehrenamtlichen Fahrer langsam der Ukraine. Am Straßenrand sehen sie Schilder in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb. Darauf steht in polnischer oder ukrainischer Sprache: „Solidarität mit der freien Ukraine“ oder „Wir stehen an eurer Seite.“ Entlang der Landstraße tauchen Cafés auf, die Flüchtlingen kostenloses Essen anbieten. Die Fondsmanager sind bewegt, sie fühlen sich als Teil einer großen Hilfswelle. Den beiden ist bewusst, dass die Lieferung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein kann. „Aber besser als nichts“, sagt Gierse, „es ist etwas, was ich persönlich tun kann. Etwas, das ankommt.“ Eine Stunde bevor die beiden Männer die ukrainische Grenze erreichen, rufen sie den Initiator der Hilfsaktion in Frankfurt an. Dieser benachrichtigt die Kontaktpersonen in der Ukraine: Die eine arbeitet als Buchhalterin in einer städtischen Klinik in Lemberg, der andere Kontakt ist Arzt. Beide wissen genau, was im Krankenhaus gerade fehlt, und machen sich schnell auf den Weg, um die Hilfsgüter in Empfang zu nehmen.

Hilfe, die ankommt

Nahe der Grenze zur Ukraine werden die Flüchtlinge mit Decken, winterlicher Kleidung und warmen Suppen versorgt. Das ist auch nötig: Die Temperatur liegt bei minus 11 Grad. Überall sind Minivans und kleine Busse zu sehen, die die Geflüchteten beispielsweise nach Prag oder Warschau bringen. Die meisten Flüchtlinge werden privat abgeholt, von Freunden, Verwandten, Bekannten. An der Grenze müssen die freiwilligen Helfer eine Stunde warten, dann können sie den Schlagbaum hinter sich lassen. Um kurz nach 7 Uhr sind sie am Ziel. Im Nirgendwo. Dann kommt ein klappriger Bus. Die Kontaktpersonen geben sich zu erkennen. Die Ladeklappen werden geöffnet: Nahezu zeitgleich beginnen drei ukrainische Männer in Windeseile die Kisten in ihren Bus zu laden. Die eine Kontaktperson berichtet kurz, dass Flüchtlinge Lemberg geradezu überrannt hätten und die Stadt nun an ihre Grenzen stoße: „Diese Menschen haben alle nichts mehr“, sagt sie und überreicht den Überbringern zwei Fähnchen in ukrainischen Farben. Und schon rast der Bus zurück in Richtung Krieg. Die Fondsmanager sehen dem aufgewirbelten Staub hinterher und sind froh, dass die Übergabe so reibungslos geklappt hat. Kurz danach machen sich die beiden auf den langen Rückweg nach Frankfurt: müde, aber glücklich, dass sie helfen konnten.

Ein Akt der Menschlichkeit

Die Ehrenamtlichen fuhren insgesamt 2.600 Kilometer und waren über 34 Stunden unterwegs. Ob sie es wieder machen würden? Der FAZ, die ausführlich über den Einsatz der Fondsmanager berichtete, antworten sie: „Wir sollten alle zusammenhalten, wenn es um unsere demokratischen Werte geht. Und die werden momentan, das muss man einfach so platt sagen, auch in der Ukraine verteidigt.“ Der Krieg hinterlässt grausame Spuren. Neben all dem Leid, das die Menschen in der Ukraine gerade erfahren müssen, hat er auch weltweit wirtschaftliche Folgen. Das wissen die beiden Fahrer der Hilfsgüter nur zu gut. Als Fondsmanager haben sie sich in den vergangenen Wochen intensiv mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs beschäftigt: Ihre Aufgabe ist es, die Fonds von Union Investment täglich an die neuen Ereignisse anzupassen, damit das Geld der Anleger Krisenzeiten wie diese gut überstehen kann – ihre private Fahrt aber war eine Herzensangelegenheit.

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