Ein Tag am Trading Desk
Mittwoch, 20.05.2020

Ein Tag am Trading Desk

Spannende Einblicke in das Zentrum des Börsengeschehens.

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„Handelstisch“ – was nüchtern und sachlich klingt, ist Dreh- und Angelpunkt des Börsengeschehens. Denn am Handelstisch, auch „Trading Desk“ genannt, werden alle Aufträge zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren durchgeführt. Da alles schnell gehen muss, verfügen alle Arbeitsplätze über mehrere Bildschirme. So können die Händler schnellstmöglich auf Änderungen an der Börse reagieren. Die Tastaturen sind speziell auf das wichtigste Informations- und Handelssystem Bloomberg abgestimmt, und das Telefon ist so ausgestattet, dass für das Annehmen von Telefonaten so wenig Zeit wie möglich benötigt wird.

Bloomberg

Bloomberg ist ein Informationsdienstleister mit Hauptsitz in New York City. Daten aus den verschiedensten Finanzbereichen werden von Bloomberg auf einer Informations- und Handelsplattform zur Verfügung gestellt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag unserer Händler unter der Leitung von Christoph Hock aus?

07:15 Uhr – Marktanalyse
Der Börsentag startet um kurz nach sieben, denn um diese Zeit sind die asiatischen Märkte bereits geöffnet. Alles, was sich dort und in den USA am Vorabend getan hat, wird analysiert, und es wird überprüft, ob alle beauftragten Handelstransaktionen optimal ausgeführt wurden. Dann lesen die Kollegen die für den Handel relevanten Informationen und erstellen ein „Morning Briefing“ für die Portfoliomanager und Analysten. Darin sind unter anderem die marktbewegenden Neuigkeiten für den bevorstehenden Handelstag enthalten.

08:30 Uhr ‒ Besprechungen
Der Austausch innerhalb des Teams ist grundlegend, um die wichtigsten Informationen des Tages zu besprechen. Darunter fällt auch der Schichtplan, denn um zu jedem Zeitpunkt die Handelsfähigkeit sicherzustellen, gibt es Früh- und Spätschichten. So sind immer mindestens zwei Händler pro Anlageklasse – also etwa für Aktien, Anleihen oder Währungen – vor Ort. Danach geht es in die Besprechungen mit den Portfoliomanagern. Diese werden von den Händlern unter anderem bei Fragen zur Ausführungsstrategie und Auswahl geeigneter Handelsplätze unterstützt. Das „Trading Desk“ hat also neben der Order-Ausführung auch eine Beratungs- und Servicefunktion.

09:00 Uhr – Handeln und Handelsverlauf

Sobald die europäischen Märkte für Aktien und Anleihen öffnen, starten die ersten Handelsaktivitäten.

Um den Prozess des Handelns besser zu verstehen, beschreiben wir ihn kurz in einzelnen Schritten:

  1. Der Portfoliomanager gibt seinen Auftrag zum Kauf oder Verkauf (Order) eines Wertpapiers in das Handelssystem ein.
  2. Es gibt Aufträge, die das System automatisch ausführt. Die meisten Aufträge müssen jedoch von einem der Händler übernommen werden.
  3. Der Händler analysiert die Order gründlich nach bestimmten Faktoren wie Marktumfeld, Nachrichtenlage, Liquidität und Kursverlauf und führt sie dann im Sinne von „Best in Class Execution“ über die Börse oder außerbörslich aus. Dabei haben die Händler immer das Gesamtbild im Blick und nicht nur die einzelne Transaktion.
  4. Sobald der Handelspartner, auch Kontrahent genannt, einem Handelsabschluss zugestimmt hat, wird die Transaktion im System verbucht.

12:30 Uhr – Mittagspause
Ob in der Kantine oder bei einem Spaziergang am Main, kleine Pausen fördern die Konzentration für diesen hektischen Job, der nichts für schwache Nerven ist.

Preisgekrönt

Für sehr gute Prozesse und die hervorragende Gesamtleistung wurde der Multi Asset Trading Desk von Union Investment im Jahr 2017 von einer führenden Publikation im europäischen Handelsgeschehen, „The Trade“, mit dem „Leaders in Trading Award“ in der Kategorie „Buy-side multi asset desk of the year“ ausgezeichnet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trading Desks werden bei einem Multi Asset Trading Desk Aktien, Anleihen, Währungen und Derivate gemeinsam gehandelt.

15:30 Uhr – US-Opening
Die US-amerikanischen Märkte öffnen. Da diese den weltweiten Handel am stärksten prägen, ist um diese Zeit besonders viel los. Immerhin findet ungefähr die Hälfte aller Transaktionen auf amerikanischen Börsenplätzen statt.

18:30 Uhr – Tagesrückblick und Vorbereitung auf den nächsten Tag
Am Ende des Arbeitstages wird dieser reflektiert. Ein automatisch erstelltes Reporting zeigt den Kollegen, welche Volumina sie tagsüber gehandelt und wie erfolgreich sie dabei in jeder Anlageklasse abgeschnitten haben. Die Ergebnisse werden in einer Gesamtübersicht  festgehalten, die Basis für das nächste Morning Briefing ist. Für die Kollegen der Spätschicht ist jetzt aber noch nicht Schluss. Insbesondere bei wichtigen Ereignissen wie einer Notenbank-Sitzung halten sie bis spät abends die Stellung am Trading Desk, damit die Portfoliomanager direkt auf das Geschehen reagieren können.

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