Earth Day
Dienstag, 20.04.2021

Earth Day

Sparen mit der grünen Wende

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Seit 51 Jahren ist der 22. April der Tag der Erde, ein internationaler Aktionstag für die Umwelt. Der erste sogenannte Global Earth Day fand im Jahr 1970 statt und brachte 20 Millionen Menschen auf die Straße. Seither soll dieser Tag auf den Umweltschutz aufmerksam machen und gleichzeitig ein Umdenken im Konsumverhalten jedes Einzelnen bewirken.

Rund um den ersten Earth Day begannen Forscher den Zusammenhang zwischen dem Zustand der Natur und industriellem Wachstum wahrzunehmen. Fünfzig Jahre später ruft UN-Generalsekretär Guterres beim UN-Klimagipfel Ende 2020 alle Staaten der Welt auf, den „Klimanotfall“ zu erklären. Die Ziele der Earth-Day-Bewegung sind demnach heute aktueller denn je.

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Klimawandel bleibt das größte Risiko

Jährlich veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum (WEF: World Economic Forum) den Global Risks Report – den Weltrisikobericht. Auch im Jahr 2021 beschreibt der Report dramatische Gefahren, die vom Klimawandel ausgehen. Die Umstellung auf eine grünere Wirtschaft, so die Bilanz des Berichts, muss sofort erfolgen. Das „Versagen von Klimaschutzmaßnahmen“ ist das folgenreichste und zweitwahrscheinlichste langfristige Risiko, das erkannt wurde.

Klimarisiken für Unternehmen

Die größten globalen Unternehmen meldeten bereits 2019 bei einer Befragung durch die Londoner Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) ein Risiko von fast 1 Billion US-Dollar aufgrund des Klimawandels. Es wurde davon ausgegangen, dass viele der befragten Unternehmen voraussichtlich in den nächsten 5 Jahren betroffen sein würden. Im Jahr 2021 sind die wirtschaftlichen Schäden durch zunehmende Wetterextreme wie Überschwemmungen, Tornados, und Dürren unübersehbar. Auch die Covid-19-Pandemie, mit ihren verheerenden Folgen für die Wirtschaft, wird von der Wissenschaft als eine Auswirkung des Klimawandels eingeordnet: Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vermutet, dass sich die klimatischen Bedingungen für eine größere Ausbreitung von Tieren, die Viren auf den Menschen übertragen können, verbessert haben könnten.

Angesichts der drohenden Klimakatastrophe geben die meisten Unternehmen an, das Klimarisiko jetzt in ihre Geschäftsstrategie zu integrieren (72 Prozent). Um die grüne Wende zu beschleunigen, greift die Politik ein: Schärfere Klimaschutzgesetze, höhere Auflagen und finanzielle Förderungen für nachhaltig agierende Unternehmen sollen den grünen Strukturwandel vorantreiben. Im Rahmen des Green Deals hat die Europäische Union Fördergelder von rund 550 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Im Jahr 2021 sollen schärfere Emissionsregeln folgen. Die Emissionsbesteuerung hat den Umsatz der Unternehmen bereits geschmälert. Hinzu kommen Bedenken, dass auch die Preise für Wasser und Energie steigen könnten. 

Unternehmen sehen sich aber nicht nur durch den politisch durchgesetzten Klimaschutz gezwungen, nachhaltiger zu produzieren. Sie müssen ihre Produkte, Produktionsweisen und Standorte auch an die veränderten Wetterbedingungen anpassen, um wirtschaftlich und wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Neben den physischen und politischen Risiken kommt ein weiteres klimabedingtes Risiko auf Unternehmen zu: die Reaktion der Gesellschaft auf den Klimawandel. Konzernen, die sich dem grünen Wandel verweigern, könnte ein Boykott der Konsumenten drohen.

Verbraucher beschleunigen den grünen Wandel

Verbraucher beschleunigen den grünen Wandel

Laut einer Befragung von über 1.100 CFOs verfolgen vor allem diejenigen Unternehmen ein systematisches Klimamanagement, die unter dem Druck risikobewusster Verbraucher oder Investoren stehen. Das zeigt, dass jeder dazu beitragen kann, den grünen Wandel in Unternehmen zu fördern.

Grüne Wende: Enorme Chance für die Wirtschaft

Neben den Risiken sehen die weltgrößten Konzerne aber auch die Vorteile einer klimafreundlicheren Wirtschaft. Die Chancen werden im Vergleich zu den Risiken mittlerweile doppelt so hoch geschätzt, auf 2,1 Billionen US-Dollar. Neue Geschäftsmöglichkeiten in CO2-reduzierten Produkten und Dienstleistungen sowie Einsparpotenziale durch erneuerbare Energien und kürzere Lieferketten werden erkannt. Insgesamt erhoffen sich die Wirtschaftsunternehmen, durch den Umweltschutz ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen zu können.

Entsprechend gewinnt der grüne Wandel an Dynamik: Immer mehr Unternehmen rüsten ihre Hardware um, um Strom zu sparen. Und wo Strom gebraucht wird, gibt man häufig dem vergleichsweise günstigeren und geförderten Solar- oder Windstrom den Vorzug. Diese Umstellungen erweisen sich für die Firmen als rentabel, fördern die Akzeptanz und Beliebtheit beim Verbraucher und tun der Umwelt gut. Aber nicht nur der Energiemarkt wird grün. Lebensmittel aus ökologischem Anbau sowie nachhaltige Tierhaltung sind ebenso wachstumsstark wie Eco-Kleidung und Biokosmetik. Allein der Einzelhandel in Europa erzielt 45,0 Milliarden Euro Umsatz mit Bioprodukten. In Dänemark beispielsweise macht der Bioumsatz über 12 Prozent des Gesamtmarkts aus. Damit hat Dänemark den höchsten Bioanteil weltweit, gefolgt von der Schweiz mit einem Bioanteil von 10,4 Prozent und Österreich mit 9,3 Prozent.

Demnach kann jeder Einzelne durch seine Lebensweise und sein Konsumverhalten einen Beitrag zum grünen Wandel in der Wirtschaft leisten. Und daran will uns der Earth Day erinnern. 

Nachhaltig investieren

Nachhaltigkeit wird auch in der Finanzwirtschaft zu einem immer wichtigeren Thema, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). 

Mit Investmentfonds ist es möglich, die Chancen der nachhaltigen Wende zu nutzen: Denn Anleger, die nachhaltig investieren, können ökologische, ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen.

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