Tierisches Duo
Donnerstag, 27.08.2020

Tierisches Duo

Was Bulle und Bär an der Börse symbolisieren.

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Sie halten für die Fotos der Touristen her und dienen bei Berichten über das aktuelle Börsengeschehen gerne als TV-Kulisse: die Bronzeplastiken „Bulle und Bär“ vor der Frankfurter Börse. Dass sie dort stehen, kommt nicht von ungefähr, denn das tierische Duo symbolisiert die zwei wesentlichen Richtungen, in die sich die Börsen bewegen können – nach unten und nach oben: den Bärenmarkt und den Bullenmarkt.

Während in einem Bullenmarkt die Aktienkurse über einen längeren Zeitraum steigen, fallen die Kurse in einem Bärenmarkt. Beide Kursverläufe stehen wiederum für das unterschiedliche Kampfverhalten der Tiere: Der Bulle nimmt seine Gegner von unten nach oben auf die Hörner, während der Bär mit seiner Tatze von oben nach unten schlägt. Dieses Kampfverhalten von Bulle und Bär lässt sich auf die Aktienmärkte übertragen: Der Bär drückt die Kurse nach unten, während sie der Bulle nach oben befördert. Deshalb ist in einem positiven Marktumfeld von einem „Bullenmarkt“ die Rede.

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Bronzeplastiken vor der Börse

Bronzeplastiken vor der Börse

Die Bronzeplastiken „Bulle und Bär“ vor der Börse in Frankfurt am Main wurden von dem Bildhauer Reinhard Dachlauer geschaffen. Im Juli 1985, anlässlich ihres Jubiläums zum 400sten Geburtstag, erteilte die Frankfurter Börse den Auftrag zur Erstellung der Plastik. Drei Jahre später wurden die beiden Bronzeskulpturen auf der Ostseite des Börsenplatzes eingeweiht und bewachen seitdem die Tür des Handelsparketts.

Merkmale eines Bullenmarkts

Charakteristisch für einen Bullenmarkt sind über längere Zeiträume steigende Aktienkurse. Die extreme Ausbildung eines Bullenmarkts ist eine sogenannte Rallye. Der Begriff stammt aus dem Englischen und beschreibt einen schnellen Kursgewinn an der Börse.

Merkmale eines Bärenmarkts

Sprechen Anleger von einem „bearishen“ Markt, sind damit fallende Kurse an den Börsen gemeint. Der Extremfall eines Bärenmarkts – und das Gegenteil einer Rallye – ist ein sogenannter Crash, der englische Begriff für einen starken Einbruch der Aktienkurse.

Hausse vs. Baisse

Alternative Begriffe zu Bulle und Bär sind die Bezeichnungen Hausse und Baisse. Hausse ist das französische Wort für Anstieg oder Steigerung und steht für steigende Kurse, also einen Bullenmarkt, wohingegen Baisse im Französischen Abnahme oder Rückgang bedeutet und somit für fallende Kurse steht, also den Bärenmarkt.

Wann befindet sich der Markt in einem Bullen- oder Bärenmarkt?

Anleger fragen sich oft, wie lange der Markt fallen oder steigen muss, bis von einem Bärenmarkt beziehungsweise Bullenmarkt die Rede ist. Es gibt dafür zwar keine festen Kennzahlen, doch es gibt eine Orientierungsgröße: Sind die Aktienkurse innerhalb von zwei Monaten um 20 Prozent gefallen, spricht man von einem Bärenmarkt. Gleiches gilt umgekehrt für den Bullenmarkt.

Berühmte Bullen- und Bärenmärkte der Finanzgeschichte

Der bislang längste Bullenmarkt seit der Weltwirtschaftskrise begann nach der Finanzkrise im März 2009 und wurde erst 2020 durch die Coronakrise beendet.

25. Oktober 1929: der Schwarze Freitag. In New York kollabierte an den Tagen zuvor die Börse, die Aktienkurse fielen ins Bodenlose. Die bis 1932/33 anhaltende Weltwirtschaftskrise gilt bis heute als einer der verheerendsten Bärenmärkte in der Finanzgeschichte.

19. Oktober 1987: der Schwarze Montag. Der US-amerikanische Leitindex Dow Jones verliert innerhalb eines Tages fast ein Viertel seiner Punkte – mit dramatischen Folgen für alle wichtigen internationalen Börsen.

März 2001: Die Dotcom-Blase der New Economy platzt. Viele Firmen gehen pleite. Der Wert von Aktien, die einst mehrere Hundert Euro gekostet haben, schmilzt auf wenige Cent. Zahlreiche Kleinanleger verlieren ihr gesamtes Vermögen.

15. September 2008: Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers bricht zusammen, die Finanzkrise erreicht ihren Höhepunkt. Weltweit fallen die Aktienkurse, Staaten schnüren Rettungspakete, um das Schlimmste zu verhindern.

Februar/März 2020: Das sich ausbreitende Coronavirus sorgt an den weltweiten Börsen für einen massiven Einbruch, dessen Geschwindigkeit ohne historisches Beispiel ist. Durch die Pandemie kommt die Wirtschaft in vielen Ländern zum Erliegen.

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