Steuern 2022
Donnerstag, 27.01.2022

Steuern 2022

Die Steueränderungen von A bis Z im Überblick

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Zu Jahresbeginn sind wieder einige Steueränderungen in Kraft getreten. Insgesamt können Steuerzahler für das Jahr 2022 mit einer moderaten Steuerentlastung rechnen. So wird beispielsweise der Grundfreibetrag erhöht, die Homeoffice-Pauschale bis zum Jahresende verlängert und der Ausbildungsfreibetrag angehoben. Alle Steueränderungen – mit Stand Januar 2022 – haben wir für Sie von A bis Z kurz zusammengefasst:

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Altersvorsorge: Beitragszahlungen in eine Basis-Altersvorsorge sind 2022 als steuersparende Sonderausgaben abzugsfähig und verringern somit die Steuerlast. Singles können 2022 bis zu 25.639 Euro bei der Steuererklärung abrechnen, zusammen Veranlagte das Doppelte. 94 Prozent davon können Steuerzahlende absetzen, das heißt für Alleinstehende 24.101 Euro (2021 waren es 92 Prozent).

Betriebliche Altersvorsorge: Zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Gehaltes in eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung, eines Pensionsfonds oder einer Pensionskasse ein, bleiben die Beiträge bis zum Höchstbetrag von 6.768 Euro steuerfrei (2021 waren es noch 6.816 Euro). 

Corona-Sonderzahlung: Die freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers ist steuerfrei, wenn sie bis zum 31. März 2022 erfolgt und maximal 1.500 Euro beträgt.

Grundfreibetrag: Ab 2022 erhöht sich der Grundfreibetrag um 240 Euro. Somit verdienen Singles 9.984 Euro und Verheiratete 19.968 Euro steuerfrei. Gleichzeitig werden die Eckwerte im Steuertarif um 1,17 Prozent angehoben. Das bedeutet, dass bei gleichem Verdienst ein niedrigerer Steuertarif angewendet wird und somit weniger Steuern zu zahlen sind. 

Grundsteuer: Ab dem 1. Juli 2022 werden die Grundsteuerwerte neu festgestellt. Alle Grundstückseigentümer müssen daher zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 eine Steuererklärung für ihre Grundstücke abgeben. Für die Wertermittlung sind die Verhältnisse zum 1. Januar 2022 maßgeblich (Hauptfeststellungszeitpunkt).

Heimkosten: Eigene Kosten für das Wohnen im Altenheim werden als außergewöhnliche Belastung steuersparend anerkannt. Dabei ist allerdings eine Haushaltsersparnis von den tatsächlichen Kosten für die Heimunterbringung abzuziehen: Für 2022 werden hierfür 9.984 Euro im Jahr angesetzt, die steuerlich nicht geltend gemacht werden können (2021 waren es 9.744 Euro). Zieht der Steuerzahler im Laufe des Jahres 2022 in ein Heim, verringert sich der Abzug für jeden Tag, an dem er noch nicht dort wohnte. Abzugsfähig sind die Kosten für Pflege, Betreuung, Unterkunft sowie Verpflegung. Wer die Kosten für einen Familienangehörigen oder eine andere Person übernimmt, kann diese nicht absetzen.

Homeoffice-Pauschale: Die für Corona-Zeiten eingeführte Homeoffice-Pauschale wird bis Ende 2022 verlängert: Beschäftigte, die daheim arbeiten, können somit 600 Euro pro Jahr zu den absetzbaren Werbungskosten addieren. Je Arbeitstag im Homeoffice werden 5 Euro pauschal als Werbungskosten anerkannt – maximal 120 Tage im Jahr.

Nachzahlungszinsen an das Finanzamt: Das Bundesverfassungsgericht hat die Nachzahlungszinsen der Finanzämter in Höhe von 6 Prozent jährlich ab 1. Januar 2019 als verfassungswidrig eingestuft. Daher muss die neue Bundesregierung bis Ende Juli 2022 einen deutlich niedrigeren Zinssatz für Steuernachzahlungen beschließen. Der neue Zinssatz gilt dann allerdings auch für Erstattungszinsen vom Finanzamt.

Rentenbesteuerung: Steuerzahler, die 2022 in den Ruhestand gehen, versteuern 82 Prozent ihrer Bruttorente (2021 waren es 81 Prozent). Erst nach zwölf Monaten errechnet das Finanzamt den Rentenfreibetrag (18 Prozent) der Bruttorente 2023, der dann bis zum Lebensende gilt.

Sachbezüge: Ab dem 1. Januar 2022 können Arbeitnehmer zusätzlich zum Lohn Sachbezüge (geldwerter Vorteil) im Wert von monatlich 50 Euro (statt bisher 44 Euro) steuerfrei annehmen. Diese Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind für beide abgabefrei. Zusätzlich zu den Sachbezügen kann der Arbeitgeber Geschenke zu Jubiläen und Geburtstagen machen.

Umsatzsteuer in der Gastronomie: Für Speisen bleibt der Mehrwertsteuersatz bis 31. Dezember 2022 auf 7 Prozent gesenkt, unabhängig davon, ob die Speisen mitgenommen werden (7 Prozent MwSt.) oder im Restaurant verzehrt werden (normalerweise 19 Prozent MwSt.).

Umzugskosten: Arbeitnehmer, die 2022 aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, können ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten eine Pauschale als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Die Pauschalen erhöhen sich ab 1. April 2022 auf 886 Euro (seit April 2021 lag die Pauschale bei 870 Euro). Für jede weitere Person – wie Lebenspartner und Kinder – die mit umzieht, erhöht sich der Betrag um jeweils 590 Euro. Auch Steuerzahler, die durch einen Umzug täglich eine Stunde Fahrtzeit für die Hin- und Rückfahrt einsparen, können Umzugskosten absetzen.

Steuern und Investmentfonds

Einen Überblick dazu finden Sie hier.

Unterhaltsleistungen: Steuerzahler, die ihre Eltern oder ihr volljähriges Kind finanziell unterstützen, dürfen diese Unterstützungsleistungen als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben. Allerdings darf kein Kindergeldanspruch mehr bestehen. Abziehbar sind im Jahr 2022 höchstens 9.984 Euro (9.744 Euro waren es 2021). Zusätzlich können gezahlte Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgesetzt werden. Vom steuerbefreiten Höchstbetrag werden die Einkünfte des Unterstützten über 624 Euro abgezogen. Außerdem wird der steuerliche Vorteil nicht gewährt, wenn der Unterstützte über ein Vermögen von mehr als 15.500 Euro verfügt.

Steuerpläne der Regierung für 2022/23 

Steueränderungen, die im Koalitionsvertrag verankert sind, aber vermutlich erst im Laufe des Jahres 2022 umgesetzt werden:

Ehegattensplitting: Statt Ehegattensplitting wird es eine Familienbesteuerung geben. Konkret heißt das: Die Kombination der Steuerklassen III und V für Eheleute und Lebenspartner soll abgeschafft werden. Ehepartner werden bei der Einkommensteuer dann einzeln veranlagt (Steuerklasse IV) und jeder zahlt nur den Steueranteil, den er verdient. Bisher haben Steuerzahler vom Ehegattensplitting profitiert, bei denen der eine mehr als der andere verdient hat: Verheiratete konnten beispielsweise gemeinsam eine Steuererklärung abgeben (Zusammenveranlagung) und das zu versteuernde Einkommen setzte sich aus beiden Einkommen zusammen. Die Steuerabgabe wurde nach dem Splittingtarif errechnet, was in der Regel zu einer geringeren Gesamteinkommensteuer führte. Die Änderung soll laut Ampel-Parteien für mehr Gerechtigkeit sorgen und der Gleichstellung von Frauen und Männern dienen.

Rente: Der steuerpflichtige Teil der Rente soll ab 2023 jährlich nur noch um einen halben Prozentpunkt steigen, statt wie bisher um zwei Prozent. So würden Rentner nicht wie geplant 2040 voll besteuert werden, sondern erst im Jahr 2060.

Rentenversicherung: Die Ampel-Koalition hat beschlossen, dass Beiträge zur Rentenversicherung bereits ab 2023 komplett als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden können. Diese Änderung war bisher für 2025 vorgesehen.

Sparerfreibetrag: Sparer können mit einer konkreten Entlastung rechnen. Allerdings erst ab 2023: Es ist geplant, den Sparerfreibetrag für Singles von 801 Euro auf 1.000 Euro anzuheben, Paare profitieren von einer Anhebung von 1.602 Euro auf 2.000 Euro.

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