Ein starkes Team: Nachhaltigkeit und Geldanlage
Dienstag, 05.07.2022

Ein starkes Team: Nachhaltigkeit und Geldanlage

Anleger können die grüne Wende vorantreiben

Diesen Beitrag teilen:

Nachhaltig zu handeln, damit auch zukünftige Generationen gut leben können, ist ein zentrales Thema unserer Zeit. Das spiegelt sich auch in der geänderten Einstellung vieler Menschen – so möchten zwei von drei Bundesbürgern nachhaltiger leben: weniger Auto fahren, seltener Fleisch essen oder im Haushalt Energie sparen. An eine Maßnahme zur Beschleunigung der Klimawende denkt bisher aber nur jeder Zehnte: Gemeint ist, sein Geld nachhaltig anzulegen.

Eine aktuelle Befragung des Rheingold Instituts im Auftrag von Union Investment zum Thema „Nachhaltigkeit und Geldanlage“, die vom vierten Quartal 2021 bis zum Ende des ersten Quartals 2022 durchgeführt wurde, zeigt deutlich: Es gibt Erklärungsbedarf zur positiven Wechselwirkung zwischen Nachhaltigkeit und Geldanlagen. Befragt wurden 3.500 Privatpersonen in Deutschland ab 18 Jahren mit einem Haushaltseinkommen ab 1.500 Euro monatlich. Bei den Antworten waren Mehrfachnennungen möglich.

Geldanlage und Nachhaltigkeit – zwei Welten, die zur Einheit werden

In Bezug auf die Geldanlage haben die meisten Deutschen (79 Prozent) den Wunsch, ihr eigenes Vermögen zu vermehren oder zu sichern (70 Prozent); mehr als die Hälfte (59 Prozent) möchte damit vorrangig persönliche Finanzziele erreichen. Bei der Wahl einer Geldanlage spielen derzeit also vor allem persönliche Motive eine Rolle. Nur wenigen Anlegern (13 Prozent) ist bewusst, dass sie mit ihren Finanzen Einfluss auf Unternehmen ausüben können.

Nachhaltig leben bedeutet auch nachhaltig anlegen

Für 67 Prozent der Befragten ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Sie sind der Meinung, dass vor allem die Industrieunternehmen (84 Prozent) für mehr Nachhaltigkeit auf der Erde sorgen müssen, 83 Prozent sehen die Politik in der Pflicht. Fast ebenso viele (82 Prozent) meinen, dass die Verantwortung bei ihnen selbst liegt: Nachhaltige Maßnahmen werden hier allerdings vorrangig mit persönlichen Verhaltensänderungen im Alltag gleichgesetzt. Dabei werden vor allem Lebensbereiche wie Ernährung oder Mobilität eingeschlossen, nachhaltiges Investieren hingegen wird von den meisten Verbrauchern nicht berücksichtigt: Aktuell sind für nur 10 Prozent der Anleger Nachhaltigkeitsaspekte ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihrer Geldanlage. Der direkte Zusammenhang von Finanzprodukten und Nachhaltigkeit scheint vielen Anlegern nicht bekannt zu sein: Es fehlt die Information, dass nachhaltige Investitionen den Wandel der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit maßgeblich vorantreiben können. Mit dem Ziel, die ökonomischen Faktoren mit ökologischen und sozialen Aspekten sowie einer verantwortlichen Unternehmensführung besser in Einklang zu bringen.

Wissen beflügelt nachhaltige Geldanlagen

Nachdem die Befragten innerhalb der Studie über nachhaltige Geldanlagen informiert wurden, änderten sich die Antworten: Fast der Hälfte (47 Prozent) erschließt sich nun der direkte Zusammenhang zwischen Geldanlegen und Nachhaltigkeit. Und 41 Prozent der Anleger sind jetzt davon überzeugt, dass sie mit ihren Kapitalanlagen den nachhaltigen Wandel fördern und so die Nachhaltigkeitsziele unterstützen können. Daher möchten 32 Prozent der Informierten zukünftig bei der Auswahl von Finanzprodukten auf Nachhaltigkeitskriterien achten. Interessant ist, dass sich durch das Informationsgespräch das Nachhaltigkeitsverständnis der Befragten erweitert hat: Neben ökologischen Aspekten wie Umwelt- und Klimaschutz (77 Prozent) werden nun auch die Bedeutung von fairen und sozialen Produktionsbedingungen (43 Prozent) sowie die Relevanz einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung (38 Prozent) als wichtige Bestandteile des Nachhaltigkeitsverständnisses deutlich.

Newsletter

Interessieren Sie sich für die Finanzwelt? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie einmal im Monat alle Neuigkeiten rund ums Geld.

Nachhaltigkeit führt zu Wohlstand

Die Befragung zeigt, dass 66 Prozent der Bundesbürger ihren Wohlstand durch den Klimawandel gefährdet sehen. Dabei ist mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Meinung, dass eine zunehmende Nachhaltigkeit den Wohlstand fördern kann. Demnach gehören zu einem guten Lebensstandard – neben einer materiellen Grundversorgung (69 Prozent) – für viele Bundesbürger jetzt auch nachhaltige Aspekte wie sozialer Frieden und Gerechtigkeit (60 Prozent) sowie eine intakte Natur (56 Prozent). Bemerkenswert ist, dass für wenige Deutsche (14 Prozent) der Besitz von Luxusgütern mit dem Begriff Wohlstand gekoppelt ist.

Nachhaltige Geldanlagen haben Zukunft 

Anleger befürchten immer noch, mit einer nachhaltigen Geldanlage Abstriche in Bezug auf Rendite und Sicherheit machen zu müssen: Aktuell erwarten nur etwa ein Drittel der Befragten eine gute Rendite (35 Prozent) und Sicherheit (30 Prozent) von diesen Finanzprodukten. Auf der anderen Seite halten die meisten der Befragten nachhaltige Geldanlagen für innovativ (66 Prozent), sympathisch (64 Prozent) und wirksam (58 Prozent). Dieser innere Zwiespalt der Anleger lässt sich durch Informationen auflösen, meint Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment: „Nachhaltigkeitskriterien ergänzen die klassische Wertpapieranalyse und helfen, mögliche Risiken besser einzuschätzen. Sie tragen auch dazu bei, besonders zukunftsfähige Unternehmen zu identifizieren. Daher lassen sich Rendite- und Sicherheitsbedenken meist durch eine strukturierte Auseinandersetzung mit nachhaltigen Geldanlagen ausräumen.“

Anleger können die Welt verändern

Nachhaltige Finanzprodukte gibt es viele und es werden immer mehr. Dazu gehören nachhaltige Investmentfonds, die Unternehmen auf ihrem Weg zu klimaneutraler und fairer Produktion begleiten. Anleger, die sich ihrer Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Zeitenwende bewusst geworden sind, etwas bewirken wollen und entsprechend investieren möchten, werden bei der Auswahl passender Finanzprodukte nicht allein gelassen: Ab August 2022 ist eine Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen bei jeder Finanzberatung sogar Pflicht. Bei einer strukturierten Beratung können sich interessierte Anleger im Detail über nachhaltige Geldanlagen informieren lassen und erhalten unverbindliche Investmentvorschläge, die exakt zu ihren persönlichen Zielen und finanziellen Möglichkeiten sowie zu ihren nachhaltigen Schwerpunktthemen passen.

Ihre Bewertung:

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

So fanden andere den Artikel:

Sobald Sie Ihre Bewertung abgegeben haben, ist auch das Gesamtergebnis sichtbar.

Diesen Beitrag teilen:

Mehr über Nachhaltigkeit erfahren

Geld anlegen - Was macht einen Fonds zu einem nachhaltigen Fonds?

Geld anlegen

Was macht einen Fonds zu einem nachhaltigen Fonds?

Teaser-Link
  • Finanzwissen
ESG-Kriterien erklärt

ESG-Kriterien erklärt

Nachhaltige Geldanlage: ein zweiter Blick lohnt sich

Teaser-Link
  • Finanzwissen