ESG-Kriterien erklärt
Mittwoch, 15.12.2021

ESG-Kriterien erklärt

Nachhaltige Geldanlage: ein zweiter Blick lohnt sich

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Immer mehr Menschen möchten verantwortungsvoll leben, ohne die Chancen künftiger Generationen zu gefährden – die Nachhaltigkeit rückt daher zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. So bevorzugen bereits 71 Prozent der Bundesbürger nachhaltige Produkte. Grundvoraussetzung für die Konsumenten ist, dass das Nachhaltigkeitskonzept transparent und nachvollziehbar ist. Auch bei der Geldanlage bewegt sich einiges. Laut einer Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts EARSandEYES finden es mehr als 40 Prozent der Privatanleger hierzulande wichtig, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen anbieten.

Für Lebensmittel gibt es Siegel, die auf der Verpackung über den Grad der Nachhaltigkeit aufklären. Für Finanzprodukte existieren ebenfalls „Qualitätssiegel“, die aber meist nicht klar und nachvollziehbar sind. Denn neben dem oft sehr unterschiedlichen Verständnis des Begriffs „Nachhaltigkeit“ erschweren unklare gesetzliche Vorgaben und Definitionen den Überblick. Aktuell arbeitet die Europäische Kommission an einem solchen umfassenden Regelwerk. Eine allgemeingültige Definition dazu, was Nachhaltigkeit ist, gibt es bis dato noch nicht. Für die Bewertung von Finanzprodukten haben sich jedoch die ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) als internationaler Branchenstandard etabliert.

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Was bedeutet ESG?

Nicht jedes Unternehmen, das sich als nachhaltig bezeichnet, handelt auch tatsächlich so. Um die Konzerne in diesem Punkt aber bewerten und vergleichen zu können, wurden die ESG-Kriterien entwickelt. Die drei Großbuchstaben stehen für englische Begriffe: Environment (ökologische Aspekte), Social (soziale Aspekte) und Governance (Bewertung der Führungsqualitäten). Staaten können ebenfalls anhand der ESG-Kriterien bewertet werden.

Environment – Umwelt: Bei diesem Kriterium geht es darum, wie ein Unternehmen Umweltaspekte in seinem Handeln berücksichtigt. Hier spielen beispielsweise Strategien zum Klimaschutz, ein schonendes Ressourcenmanagement und der Einsatz erneuerbarer Energien eine Rolle. Ebenfalls wird geprüft, ob Rohstoffe und Energie sparsam eingesetzt werden.

Social – Soziales: Vorbildliche Unternehmen verpflichten sich, die Menschenrechte zu achten und gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Sie müssen auch dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze sicher sind und die Gesundheit der Arbeitnehmer geschützt wird. Gesellschaftliches Engagement wird bei der Analyse positiv bewertet.

Governance – Führungsqualitäten: Bei diesem Punkt steht die Nachhaltigkeit der Unternehmensführung im Fokus. Korruption oder wettbewerbswidriges Verhalten wie Bestechung werden nicht toleriert und wirken sich negativ auf dieses Kriterium aus. Zudem wird bewertet, ob Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie verankert ist und ob die diesbezüglichen Ziele ambitioniert genug sind.

Bei der Wertpapierselektion kann die Berücksichtigung von nachhaltigen Kriterien die Qualität der Anlageentscheidung verbessern und so unterm Strich zu einer besseren Wertentwicklung führen. Das ist möglich, weil kursrelevante Klage-, Regulierungs- oder Reputationsrisiken frühzeitig erkannt und so Schaden abgewendet werden kann. Darüber hinaus lassen sich Zukunftstechnologien besser identifizieren.

ESG Kriterien

Wie nachhaltig ist meine Geldanlage?

Anleger müssen sich zum Teil schon sehr tief in die jeweiligen Jahresberichte einarbeiten, um herauszufinden, wie nachhaltig ein Unternehmen tatsächlich ist. Einfacher, zeitsparender und verlässlicher ist es, wenn ein Experte die Auswertung der verschiedenen Nachhaltigkeitsansätze übernimmt. Bei Union Investment werden die Unternehmen eines nachhaltigen Fonds regelmäßig auf die Einhaltung der ESG-Kriterien überprüft. Hier gehen die Fondsmanager systematisch vor: Zuerst werden für einen Nachhaltigkeitsfonds grundsätzlich Konzerne ausgeschlossen, die Kinderarbeit zulassen und Menschenrechte verletzen. Ebenfalls werden Unternehmen, die ausschließlich Rüstungsgüter, alkoholische Getränke oder Glücksspiel anbieten, ausgeschlossen – hierbei werden spezifische und branchenübliche Umsatzgrenzen herangezogen. Staaten, die beispielsweise die Todesstrafe anwenden, bleiben ebenfalls außen vor. Im zweiten Schritt prüfen sie die übrig gebliebenen Wertpapiere anhand der ESG-Kriterien. Ein selbst entwickeltes Programm, das Nachhaltigkeitsstandards auswertet, unterstützt die Analysten dabei. Dieses generiert Nachhaltigkeitssignale für Wertpapiere von 18.000 Unternehmen und 114 Staaten. Ausschließlich Wertpapiere von Unternehmen oder Staaten, die alle Kriterien erfüllen, stehen den Fondsmanagern als Investitionsmöglichkeit zur Verfügung. Im letzten Schritt folgt eine wirtschaftliche Analyse: Nur wenn von einer Investition auch positive Renditen zu erwarten sind, wird sie in einem Nachhaltigkeitsfonds von Union Investment aufgenommen.

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