Geld anlegen - Was macht einen Fonds zu einem nachhaltigen Fonds?
Mittwoch, 25.08.2021

Geld anlegen

Was macht einen Fonds zu einem nachhaltigen Fonds?

Diesen Beitrag teilen:

Emma kauft aus Überzeugung Bio-Produkte und möchte auch bei ihrer Geldanlage ökologische Aspekte berücksichtigen. Henry setzt sich für Menschenrechte ein und sucht eine Geldanlage, die auch soziale Standards wahrt. Immer mehr Privatanleger möchten nicht nur bewusst konsumieren, sondern auch bei der Geldanlage ethisch-soziale und Umwelt-Ziele fördern. So haben deutsche Anleger im ersten Quartal 2021 um die 107 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds investiert. Damit verwalten diese Fonds derzeit über 250 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 8 Prozent des Fondsmarktes insgesamt. Ende 2020 betrug der Anteil noch 5 Prozent.

Entsprechend schnell wächst laut einer aktuellen Studie des Bankenverbandes die Bekanntheit von nachhaltigen Geldanlagen: 42 Prozent der Befragten wissen mit dem Begriff „Nachhaltige Geldanlage“ etwas anzufangen. Aber – und das ist bemerkenswert: Fast ein Drittel dieser Gruppe kann nicht genau erklären, was damit tatsächlich gemeint ist. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem fehlende Informationen interessierte Anleger davon abhalten, ihr Geld nachhaltig anzulegen. Häufige Fragen in diesem Zusammenhang sind: Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich konkret, und was hat das mit Geld anlegen zu tun? Und warum kann eine nachhaltige Geldanlage nicht nur die eigene Zukunft sichern, sondern auch dafür sorgen, dass die Zukunft aller nicht weiter beeinträchtigt wird? Wir haben uns mit diesen Fragen beschäftigt und die Antworten für Sie übersichtlich zusammengefasst.

Newsletter

Interessieren Sie sich für die Finanzwelt? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie einmal im Monat alle Neuigkeiten rund ums Geld.

Woher kommt der Begriff Nachhaltigkeit?

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts taucht der Begriff Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft auf. Es ist von der „nachhaltenden Nutzung von Wäldern“ die Rede. Was bedeutet: Dem Wald wird nur so viel Holz entnommen, wie nachwachsen kann. Wenn etwas als „nachhaltig“ bezeichnet wird, ist es dauerhaft, umweltverträglich, langlebig oder auch vernünftig. Bei der Nachhaltigkeit geht es um ein Nutzungskonzept und gleichzeitig um ein Handlungsprinzip. Es besagt, dass Vorräte – man spricht auch von Ressourcen – so zu nutzen sind, dass sie keinen Schaden nehmen und auch künftigen Generationen in gleicher Weise und Menge zur Verfügung stehen.

Auch wenn es keine eindeutige Definition des Begriffs gibt und jeder Mensch eine individuelle Vorstellung von Nachhaltigkeit hat, haben sich in den letzten Jahren folgende Bedeutungen etabliert:

Ökologische Aspekte

  • Regenerierung bereits belasteter Ressourcen (zum Beispiel durch Aufforstung)
  • Reduzierung der Treibhausgase (zur Eindämmung des Klimawandels)
  • Schutz der Umwelt und Artvielfalt
  • Schonende Nutzung von Ressourcen
  • Kurze Lieferketten / Regionalität

Ethisch-soziale Aspekte

  • Keine Zwangsarbeit
  • Keine Kinderarbeit
  • Wahrung der Menschenrechte
  • Mindestlohn
  • Abrüstung
  • Förderung der Vielfalt
  • Etablierung von Arbeitsstandards

Was macht einen Fonds nachhaltig?

Bei klassischen Fonds stehen Rentabilität, Sicherheit und Liquidität im Fokus. Nachhaltigkeitsfonds verfolgen zusätzlich ethisch-soziale und ökologische Ziele, um Rendite und Zukunftsfähigkeit miteinander zu verbinden: Sie investieren in Unternehmen, die sich klare Nachhaltigkeitsziele gesetzt haben und diese auch glaubwürdig verfolgen. Neben dem Ökologieaspekt spielen auch soziale Kriterien eine Rolle. Es werden nur Unternehmen aufgenommen, die soziale Verantwortung zeigen.

Anleger, die ihr Geld rentabel anlegen und den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit fördern wollen, stoßen bei der Suche nach einer geeigneten Geldanlage schnell auf Nachhaltigkeitsfonds. Aber wie können sie sicher sein, dass ein Fonds auch tatsächlich nachhaltig ist und sozial wirtschaftet? Dass er nicht lediglich Greenwashing betreibt, um einen Trend mitzunehmen? Wichtig ist, dass die Fondsgesellschaft die Unternehmens- und Staatsdaten gründlich analysiert – unterstützt durch einen aktiven Dialog mit den Unternehmenslenkern. Bei Union Investment werden die verantwortlichen Portfoliomanager hierbei durch spezialisierte Nachhaltigkeitsanalysten unterstützt, die neben klassischen wirtschaftlichen Daten auch nachhaltige Kriterien auswerten.

Als Standard haben sich dabei drei Dimensionen der Nachhaltigkeit herausgebildet, für die drei Buchstaben stehen: ESG. Die sogenannten ESG-Kriterien gehen über den ökologischen Aspekt hinaus und schließen soziale und ethische Kriterien ein. ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (soziales Verhalten) und Governance (Führungsqualitäten). Die Summe aller ESG-Kriterien gibt Aufschluss darüber, wie nachhaltig ein Unternehmen aufgestellt ist. Bei der Bewertung fließen außerdem Fragen ein wie: Ist das Unternehmen in einen Skandal oder kontroverse Geschäftspraktiken verwickelt? Wie wird das Unternehmen in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Und wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell?

Geschichte der nachhaltigen Fonds

<p><span><span><span><span>Geschichte der nachhaltigen Fonds</span></span></span></span></p><br/>

Der nachhaltige Aspekt von Kapitalanlagen ist nicht neu. Die Anfänge nachhaltigen Investierens in Fonds reichen zurück ins 19. Jahrhundert. Die ersten Fonds dieser Art waren religiös motiviert: Das gemeinsam angelegte Geld sollte nicht in Betriebe fließen, die Glücksspiel betrieben oder Waffen, alkoholische Getränke oder Tabak produzierten. Der erste offene ethische Fonds entstand aus dem Protest gegen den Vietnamkrieg. Knapp 20 Jahre später wurde der erste deutsche Ökofonds aufgelegt.

Nachhaltige Fonds von Union Investment

Die nachhaltigen Fonds von Union Investment investieren nur in Vermögensgegenstände, die einerseits den wirtschaftlichen Anforderungen genügen und andererseits die ESG-Kriterien erfüllen. Die Unternehmensauswahl beispielsweise erfolgt in drei Schritten: Zunächst werden die Aspekte Umwelt, Soziales und eine gute Unternehmensführung geprüft. Auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell und die öffentliche Wahrnehmung spielen eine Rolle. Im zweiten Schritt werden die Ausschlussregeln angewandt: Ausgeschlossen werden Unternehmen, die zum Beispiel die Arbeitsstandards nicht einhalten oder Kinderarbeit oder Tierversuche für nicht-medizinische Zwecke unterstützen. Im letzten Schritt folgt eine wirtschaftliche Analyse. Und nur, wenn die Anlage den nachhaltigen und wirtschaftlichen Anforderungen genügt, investiert der Fonds.

Union Investment zählt mit rund 30 Jahren Erfahrung zu den Pionieren der nachhaltigen Geldanlage und gehört zu den ersten deutschen Unterzeichnern der Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UNPRI). Diese im Jahr 2006 gegründete Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Kriterien stärker bei Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen, um so den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit zu fördern. Darüber hinaus wird Nachhaltigkeit in allen wesentlichen Geschäftsprozessen des Unternehmens gelebt: von der Geschäftsstrategie über Produktion und Vertrieb bis hin zum Einkauf und der Dienstleisterauswahl. Union Investment ist zudem Teil der genossenschaftlichen Finanzgruppe, in der Nachhaltigkeit fest verankert ist. Aspekte wie Langfristigkeit, Kundenorientierung, Partnerschaftlichkeit und regionale Wurzeln sind Grundlagen der Nachhaltigkeit und auch der genossenschaftlichen Idee.

Ihre Bewertung:

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

So fanden andere den Artikel:

Sobald Sie Ihre Bewertung abgegeben haben, ist auch das Gesamtergebnis sichtbar.

Diesen Beitrag teilen:

Mehr über nachhaltige Geldanlage erfahren

Immer beliebter: nachhaltige Geldanlagen

Immer beliebter: nachhaltige Geldanlagen

Anleger achten zunehmend auf ökologische und soziale Aspekte

Teaser-Link
  • Finanzwissen
Nachhaltige Geldanlage

Nachhaltige Geldanlage

Was bedeutet das für die privaten Finanzen?

Teaser-Link
  • Finanzwissen