Aus DAX 30 wird DAX 40
Mittwoch, 08.09.2021

Aus DAX 30 wird DAX 40

Ein Klassiker wird reformiert

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Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist laut Deutscher Börse einer der beliebtesten Basiswerte für Finanzprodukte – und das weltweit. Seit 1988 spiegelt der Index die Entwicklung der 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands wider. Hier sind die Unternehmen der ersten Liga versammelt, die zusammen rund 80 Prozent der Gesamtmarktkapitalisierung aller deutschen Firmen an der Börse ausmachen. Im September 2021 wird der DAX umstrukturiert: Der Index wird breiter aufgestellt, indem er statt 30 dann 40 Konzerne berücksichtigen wird. Auch die Aufnahmeregeln werden verschärft. Warum das geschieht und was sich genau ändert, haben wir für Sie zusammengestellt.

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Warum wird der DAX reformiert?

Mit der Erweiterung um 10 Titel will die Deutsche Börse den Forderungen vieler Experten und Investoren gerecht werden. Diese sind der Meinung, dass der Leitindex wichtige Branchen besser abdecken muss. Der Wunsch nach einer Art Verjüngungskur des Klassikers wurde laut. Einige Fachleute betiteln den DAX 30 etwas spöttisch als „Industriemuseum der deutschen Wirtschaft“. Denn junge und innovative Unternehmen sind wenig vertreten. Der erweiterte DAX 40 soll die Unternehmenslandschaft nun besser darstellen. Doch im Vergleich zu Börsenindizes anderer Länder hat der DAX auch nach seiner Umstrukturierung noch verhältnismäßig wenig Mitglieder: Der FTSE in London beispielsweise beinhaltet 100 Werte und der Nikkei sogar 225.

Was ist anders am DAX 40?

Augenfällig anders ist die Anzahl der enthaltenen Werte: Es werden 10 neue Mitglieder aufgenommen. Aber auch weniger Offensichtliches verändert sich: Die Zusammensetzung der aufgenommenen Konzerne wird beispielsweise statt einmal nun zweimal im Jahr überprüft. Auch wird künftig der Börsenwert über die Aufnahme in den Index entscheiden. Der Aspekt des Börsenumsatzes wird nicht mehr berücksichtigt.

Welche Qualitätsanforderungen müssen DAX-Unternehmen nun erfüllen?

Der DAX gilt als Aushängeschild des deutschen Kapitalmarkts. Entsprechend kann eine Aufnahme in den DAX den Index-Neulingen positive Kursentwicklungen bescheren: Zum einen erhalten die Konzerne im prominentesten deutschen Aktienindex mehr Aufmerksamkeit. Zum anderen werden Fonds, die den DAX abbilden, Aktien der DAX-Neumitglieder hinzukaufen müssen und somit dazu beitragen, den Marktwert durch die stärkere Nachfrage zu erhöhen. Die Aufnahme in den DAX erfolgt nach festgesetzten Kriterien und die Hürden sind noch höher geworden. Besonders erwähnenswert sind folgende Punkte:

  • Index-Mitglieder sind nun verpflichtet, Geschäftsberichte und Quartalsmitteilungen fristgerecht zu veröffentlichen. Wer eine Frist versäumt, wird nach einer 30-tägigen Warnfrist automatisch aus dem DAX ausgeschlossen.
  • Eine weitere Anforderung für Konzerne, die in den DAX aufsteigen, ist ein positives operatives Ergebnis in den beiden letzten Finanzberichten. In Fachkreisen spricht man von einem positiven EBITDA (Earning Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization), also dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände.
  • Ab März 2021 müssen alle DAX-Neuzugänge den Normen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in Bezug auf einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat entsprechen. Der DCGK ist ein Regelwerk für deutsche börsennotierte Unternehmen, das vor allem Empfehlungen und Anregungen zur guten Unternehmensführung enthält. Die bestehenden DAX-Mitglieder müssen diese Vorgaben ab September 2022 erfüllen.

Was ändert sich für Anleger?

Der DAX 40 startet an seinem ersten Handelstag, dem 20. September 2021, mit exakt dem Punktestand, den der DAX 30 am Ende seines letzten Handelstages vorweist. Anleger, die in einzelne DAX-Werte investiert haben und damit den Index nachbilden möchten, werden die neuen Werte nachkaufen müssen. Anleger von Fonds brauchen sich um nichts zu kümmern: Das übernimmt der Fondsmanager für sie.

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