Coronavirus
Mittwoch, 04.03.2020

Coronavirus: Kettenreaktion für die Wirtschaft

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus und hat auch für Wirtschaft und Börsen negative Folgen.

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Spätestens mit den gestiegenen Fallzahlen in Italien erreichte Corona eine neue Dimension. Das Virus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Dies führte zu einem Börsenbeben Ende Februar. Die Kapitalmärkte erlebten damit die schwächste Woche seit der Finanzkrise 2008. Die weltweiten Aktienmärkte rutschten mit Kursverlusten von teilweise mehr als 13 Prozent in einer Woche ab. „Sichere Häfen“ wie deutsche Bundes- und US-Staatsanleihen sowie Gold waren gesucht. Insgesamt stiegen die Schwankungen an der Börse, genannt Volatilität, sprunghaft an.

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Wieso kommt es zu diesen heftigen Marktreaktionen?

Die Investoren sorgen sich vor einem Einbruch der Wirtschaft. Schließlich leidet das Wachstum einer Volkswirtschaft, wenn die Bürger aus Sicherheitsgründen oder weil sie unter Quarantäne stehen, zu Hause bleiben, statt im Kino Eintrittskarten und Popcorn zu kaufen oder ins Restaurant zu gehen. Auch werden derzeit zahlreiche Großveranstaltungen wie Konzerte oder Messen abgesagt. Aufgrund von diversen Reisebeschränkungen müssen Reisen, privater oder geschäftlicher Natur, abgesagt werden. Und manche Urlauber bleiben aus Sicherheitsbedenken zu Hause und stornieren ihre Buchungen. Das spüren die Tourismuskonzerne und Fluggesellschaften deutlich.

Da ganze Produktionsbetriebe geschlossen wurden, sind die Lieferketten teilweise ebenfalls unterbrochen. Das kann dazu führen, dass zum Beispiel wichtige Bauteile oder Elektronikgeräte in den weiterverarbeitenden Unternehmen fehlen. Ein Beispiel dafür ist Apple, das den Großteil seiner elektronischen Geräte in China fertigen lässt. Weil viele Produktionshallen in China stillstanden und nur langsam wieder angelaufen sind, gab es Lieferengpässe bei iPhones. Außerdem kam der Absatz unter Druck, weil viele Geschäfte in China, darunter auch Apple Stores, zeitweise geschlossen waren. Apple musste daher seine Umsatzprognose für das laufende Quartal anpassen.
Diese Kettenreaktionen durch unterbrochene Lieferketten beispielsweise in China treffen auch die Wirtschaft hierzulande. Deutschland ist zudem als Exportnation besonders betroffen, wenn die Nachfrage in anderen Ländern, wie China, zurückgeht.

Weltwirtschaft bleibt auf Wachstumspfad

Kurzfristig bleibt die Lage schwierig. Je mehr sich das Virus ausbreitet, umso länger dürfte das so bleiben. Aber es ist für Anleger wichtig zu wissen: Der negative Einfluss auf das Wachstum sollte überwiegend vorübergehender Natur sein. Auf das Gesamtjahr bezogen bleibt die Weltwirtschaft auf dem Wachstumspfad. So sind mittel- bis langfristig die Aussichten weiter gut. Beim Handelsstreit zwischen den USA und China, der die Kapitalmärkte lange Zeit in Atem hielt, kam es im Januar zu einer Teileinigung. Der Konsum zeigt sich vielerorts stark und sollte sich bald wieder erholen. Und die nach wie vor niedrigen Zinsen unterstützen die Wirtschaft. Bei Letzteren ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Bei Bedarf könnten die Währungshüter die Zinsen weiter senken – so wie es die US-Notenbank am Dienstag, 3. März 2020, getan hat – oder andere Stützungsmaßnahmen einleiten. Auch könnten die Staaten der Wirtschaft mit neuen Ausgabenprogrammen unter die Arme greifen.

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