Steuern sparen 2020
Mittwoch, 22.01.2020

Steuern sparen 2020

Alle Änderungen im Überblick.

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Zum Jahreswechsel sind einige Steueränderungen in Kraft getreten. Die wichtigsten zu den Bereichen Wohnen, Haushalt, Mobilität und Arbeiten haben wir in diesem Beitrag zusammengestellt.

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Wohnen – Steuervorteile bei Umzug, Altbausanierungen und Neubau von Mietwohnungen

Umzug: Ab März 2020 können Singles, die aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, pauschal 820 Euro als Werbungskosten absetzen, etwa für Schönheitsreparaturen in der vorherigen Wohnung. Bei Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag auf 1.639 Euro. Zusätzlich können zum Beispiel Kosten für den Makler oder den Transport der Möbel in der Steuererklärung abgesetzt werden – wenn diese einzeln belegbar sind.

Sanierungen und moderne Heizungen: Eigenheimbesitzer, die eine mehr als zehn Jahre alte Immobilie selbst nutzen und energetisch sanieren lassen, erhalten steuerliche Vorteile. 20 Prozent oder maximal 40.000 Euro der Investitionskosten können innerhalb von drei Jahren von der Steuer befreit werden.

Neubau von Mietwohnungen: Vermieter von Neubaumietwohnungen, die maximal 3.000 Euro pro Quadratmeter kosten, haben die Möglichkeit, jeweils 28 Prozent in den ersten vier Jahren abzuschreiben – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Voraussetzung: Der Bauantrag und die Bauanzeige liegen zwischen dem 31. August 2018 und dem 1. Januar 2022.

Mobilität – Bahn fahren wird billiger, Steuervorteile beim Jobticket, Elektromobilität weiter begünstigt

Bahn fahren: Die Mehrwertsteuer für Zugreisen sinkt von 19 auf 7 Prozent. Durch die Steuersenkung werden die Fahrpreise in diesem Jahr nicht erhöht, sondern gesenkt. Im Gegenzug zu dieser Steuersenkung steigt die Luftverkehrsteuer für Starts von deutschen Flughäfen zum 1. April 2020.

Jobticket: Jobtickets für Bus und Bahn kann der Arbeitgeber jetzt pauschal mit 25 Prozent versteuern. Arbeitnehmer können dafür die volle 30-Cent-Pendlerpauschale in ihrer Steuererklärung geltend machen.

Elektrofahrzeuge: Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, profitiert von einer höheren Kaufprämie bei den Anschaffungskosten, die bis 2025 verlängert wurde. Bei einem maximalen Nettolistenpreis von 40.000 Euro ergibt sich für Käufer ein Bonus von 6.000 Euro für E-Autos und 4.500 Euro für Hybridmodelle. Zudem: Wird ein Dienstwaren mit Elektro- oder Hybridantrieb auch privat genutzt, müssen bis Ende 2030 statt 0,5 Prozent nur noch 0,25 Prozent vom Bruttolistenpreis als „geldwerter Vorteil“ versteuert werden. Darüber hinaus ist das elektrische Aufladen eines Elektro- und Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers bis Ende 2030 steuerfrei.

Arbeiten – 50 Prozent Abschreibung auf Lastenfahrräder, Steuervorteile für Kleinunternehmer, Dienstfahrrad und Dienstreise

Elektrisch betriebene Lastenfahrräder: Hier wird bis Ende 2030 eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung eingeführt – zusätzlich zur regulären Abschreibung.

Fahrrad: Wer vom Arbeitgeber ein betriebliches Fahrrad erhält, kann dies nun bis Ende 2030 steuerfrei privat nutzen.

Dienstreisen: Wer länger als acht Stunden beruflich unterwegs ist, kann ab 2020 pro Tag eine Verpflegungspauschale von 14 Euro als Werbungskosten absetzen – statt bisher 12 Euro. Bei einer Dienstreise von 24 Stunden sind es 28 Euro (bisher 24 Euro). Für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Reisen werden jeweils 14 Euro (bisher 12 Euro) angerechnet.

Kleinunternehmer: Bislang galt als Kleinunternehmer, wer im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz hatte. Die steuerliche Grenze wurde auf einen Jahresumsatz von 22.000 Euro erhöht. Bestehen bleibt die Regelung, dass man den Status Kleinunternehmer verliert, wenn der zu erwartende Umsatz im laufenden Jahr 50.000 Euro übersteigt.

Haushalt – Grundfreibeträge steigen, neue Regelung bei Sonderausgaben, Verspätungszuschlag und Pflichtveranlagung bei Kapitaleinkünften

Grundfreibetrag: Der steuerliche Grundfreibetrag für Ledige steigt zum 1. Januar 2020 von 9.168 Euro auf 9.408 Euro. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. Ebenfalls erhöht wird der Kinderfreibetrag von 4.980 auf 5.172 Euro. Unverändert bleibt der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf. Er beträgt 2.640 Euro.

Sonderausgaben: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für das eigene Kind, die von den Erziehungsberechtigten wirtschaftlich getragen werden, können künftig bei diesen als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Dabei ist es unerheblich, ob das Kind Einkünfte oder Bezüge hat und wie hoch diese sind.

Wissenswertes

Ab der Steuererklärung für das Jahr 2018 ist gesetzlich geregelt, wann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag zwingend erheben muss (Paragraf 152 AO). Dieser wird dann fällig, wenn die Steuererklärung für ein Kalenderjahr 14 Monate nach Ablauf nicht abgegeben wurde. Der dann fällige Verspätungszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, aber mindestens 25 Euro.

Die wichtigsten 11 Steueränderungen 2020 auf einen Blick:

  • Höhere Werbungskosten bei Umzügen aus beruflichen Gründen.
  • Sanierungen und moderne Heizungen werden unter gewissen Voraussetzungen steuerlich gefördert.
  • Steuervorteile für Vermieter von günstigen Neubauwohnungen.
  • Mehrwertsteuer auf Bahnfahrten sinkt auf 7 Prozent.
  • Steuervorteile beim Jobticket.
  • Boni und Steuervorteile bei Elektrofahrzeugen.
  • 50 Prozent Abschreibungen bei Lastenfahrrädern.
  • Steuervorteile bei Dienstfahrrädern und Dienstreisen.
  • Für Kleinunternehmer steigt die steuerliche Grenze beim Jahresumsatz auf 22.000 Euro.
  • Der steuerliche Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag steigen.
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für das eigene Kind können steuerlich geltend gemacht werden.

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